"So genau wie möglich"

2. Oktober 2006, 19:48
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Meinungsforscher wehren sich gegen Vorwürfe

"Es gehört zu den Ritualen von Wahlen, dass anschließend die Demoskopen geprügelt werden", sagt Christoph Hofinger, der als wissenschaftlicher Leiter von Sora selber ein Betroffener ist.

Tatsächlich hat kein Meinungsforschungsinstitut die ÖVP in den letzten Wochen vor der Wahl hinter der SPÖ geführt - auch wenn das bei allen Instituten bis ins Frühjahr genau andersherum gewesen ist: Da waren alle einig, das die SPÖ vor der ÖVP liegt.

Hofinger weist darauf hin, dass die Ergebnisse so genau wie möglich in der Meinungsforschung abgebildet worden sind: Für alle Parteien außer der ÖVP sind die veröffentlichten Umfrage-Hochrechnungen ziemlich exakt dort gelegen, wo die Partei auch am Wahlabend gestanden ist. Und selbst bei der ÖVP ist der Fehler im Rahmen der statistischen Schwankungsbreite, die mit viereinhalb Prozent angegeben wird - was bei den Wahlprognosen (37 bis 39 Prozent) noch innerhalb der Breite gewesen wäre.

Auch OGM-Geschäftsführer Wolfgang Bachmayer hat die "pauschale Abqualifizierung der Meinungsforschung" durch Politiker und manche Medien entschieden zurückgewiesen. Sein Institut habe in einer letzten Umfrage am Mittwoch vor dem Wahlsonntag den Trend erkannt und SPÖ und ÖVP als etwa gleichauf bei 35 Prozent ausgewiesen. Veröffentlicht hat er diese Zahlen allerdings nicht, sondern nur allgemein von Kopf an Kopf gesprochen. (DER STANDARD, Printausgabe, 3.10.2006)

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