"Es hat sich nichts verändert"

3. Oktober 2006, 17:25
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Die steirische KPÖ will sich wieder auf sich konzentrieren

Nein, er sei nicht enttäuscht, meint ein gewohnt gelassener Franz Stephan Parteder am Tag nach der Wahl im Gespräch mit dem Standard.: "Bei uns herrscht Zufriedenheit". Als Spitzenkandidat der steirischen KPÖ trat Parteder, der Vorsitzende der Landespartei, in den letzten Wochen erstmals öffentlich aus dem Schatten der Gallionsfigur Ernest Kaltenegger, an dessen Erfolg er in den letzten Jahren kräftig mitarbeitete.

Wie immer hatte die KPÖ ein bescheidenes Ziel: Man wollte in der Steiermark über 1,7 Prozent kommen, was man mit 1,9 Prozent auch schaffte. Doch gemessen mit den Erfolgen bei der Landtagswahl 2005 (über 6,3) und den Grazer Gemeinderatswahlen 2003 mit fast 21 Prozent, sind auch die knapp vier Prozent, die man nun in Graz bei der Nationalratswahl erkämpfte, nicht berauschend: Selbst wenn sie für eine Nationalratswahl bundesweit eine Verdoppelung bedeuten.

Nähe nur zu Palm

Dass das Verhältnis der erfolgreichen steirischen Genossen und der Bundes-KP seit Jahren ein schwieriges ist, versuchte man im Wahlkampf beiseite zu lassen. "Wir haben uns auf ein Programm geeinigt", formulierte es Parteder im Vorfeld der Wahl nüchtern. Ob man sich im Wahlkampf näher gekommen sei und künftig vermehrt Seite an Seite kämpfen werde, verneint Parteder unmissverständlich.

"Es hat sich nichts verändert. Näher gekommen bin ich nur dem Kurt Palm. Der ist ein politischer Kopf, mit dem ich viel gemeinsam habe". Doch auch Palm werde künftig nicht für die KP arbeiten, "er ist ja ein ausgezeichneter Künstler, kein Politiker".

Für die Landespartei sei nun die Vorbereitung auf die Grazer Gemeinderatswahl Anfang 2008 das Wichtigste. "Unser Ziel ist es, die Partei in der Stadt zu halten."

Während sich Parteder und die Steirer-KP, die fast ein Drittel der bundesweit abgegeben KPÖ-Stimmen für sich verzeichnete, also wieder auf seine Grazer Hochburg zurückzieht, glaubt Spitzenkandidat Mirko Messner in Wien an eine weitere "gute Zusammenarbeit". Für ihn bleibt die KPÖ "eine gesamtösterreichische Partei". Nun gelte es die günstigen Voraussetzungen zu nutzen, um "links von der Sozialdemokratie gemeinsam etwas aufzubauen". (DER STANDARD, Printausgabe, 3.10.2006)

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