Wieder genug Wasser im Meer der Wiener

8. Oktober 2006, 20:21
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Schlechtwetter im vergangenen August ließ den Pegelstand des Neusiedler Sees wieder steigen

Eisenstadt – Der Pegel des Neusiedler Sees liegt derzeit deutlich über dem Vorjahresniveau - trotz der extrem heißen Tage im vergangenen Juli: „Wir haben heuer einen um 17 Zentimeter höheren Wasserstand als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Er liegt derzeit 115,42 Meter über Adria“, so der Leiter der Biologischen Station in Illmitz, Alois Herzig. „Kommen im Herbst und Winter noch zwischen 20 und 30 Zentimeter Niederschlag durch Regen und Schnee dazu, und davon gehe ich aus, dann brauchen wir uns auch für das kommende Jahr keine Sorgenmachen“, meinte Herzig.

Tiefstand vor drei Jahren

Im September 2003 hatte der See einen Wasserstand von 115,06 Meter über Adria, wobei es sich um einen Tiefststand handelte. Dieses Tief dürfte überwunden sein, was sich positiv auf den Fischbestand auswirkt. Cypriniden, Schleien, Weißfische und Karpfen konnten 2006 in ihren angestammten Laichplätzen im Schilf ihre Eier ablegen. Diese Plätze waren in den wasserarmen Jahren trocken und so konnten sie die Fische nicht zum Ablaichen erreichen. Es gab deshalb in wasserarmen Jahren wesentlich weniger Jungfische im See.

Auch die Wassertemperatur werde regelmäßiggemessen, so Herzig. Im Juli lagen die Spitzenwerte an der Oberflächedes Sees bei mehr als 30 Grad Celsius. An heißen Sommertagenverdunsten dadurch 1,15 Millionen Kubikmeter Seewasser, was einSinken des Pegels um mindestens fünf Millimeter bedeutet. Mit starkemWind könne es noch mehr werden. Der Grund, warum der Wasserstand des Neusiedler Sees trotz extremheißer Julitage nicht weiter gesunken ist, war der relativ „kühle“August. Es verdunstete wenig und immer wieder habe es Regentagegegeben.

Als durchschnittliche Niederschlagsmenge gelten im Seegebiet 550 bis 580 Millimeter pro Jahr, in schwachen Jahren sind es 300, in nassen 800 Millimeter. In trockenen Jahren, in denen die Segler ihre Schwertboote kaum noch aus dem Hafen bekommen, einfach Wasser zuzuführen – etwa aus der Donau – funktioniert aber auch nicht: Der Salzgehalt des Wassers würde sich dann verändern, der Neusiedler See aussüßen, das spezielle ökologische Gleichgewicht kippen. (APA, red, DER STANDARD Printausgabe, 03.10.2006)

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