Rechtsruck bei den Kommunalwahlen in Westungarn

5. Oktober 2006, 18:49
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Neue Bürgermeister in den Grenzstädten - Sopron, Mosonmagyarovar und Köszeg fallen an die oppositionelle Fidesz

Sopron - Die Unruhen der vergangenen Wochen in Ungarn und die bei Demonstrationen geäußerte Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der sozialistischen Regierungspartei MSZP hat sich bei den gestern, Sonntag, stattgefundenen Kommunalwahlen auch in Westungarn niedergeschlagen. Das oppositionelle rechtskonservative Wahlbündnis Fidesz-KDNP (Ungarischer Bürgerverband - Christdemokraten) gewann den Bürgermeistersessel in 14 der 24 ungarischen Komitatshauptstädten, darunter die zum Burgenland grenznahen Städte Mosonmagyarovar, Kapuvar, Csorna, Sopron und Köszeg.

Die Regierungspartei MSZP ging ungarnweit in sieben Komitatshauptstädten, darunter Szombathely, als Gewinner hervor. Die Wahlergebnisse führen in den ans Burgenland angrenzenden Komitaten Györ-Moson-Sopron und Vas sowie in den nahe liegenden Grenzstädten zu einschneidenden politischen Veränderungen. In Györ wird das erste Mal seit der Wende die Rechte den Bürgermeister in der Person von Zsolt Borkai stellen, der mit 49,5 Prozent den ersten Platz einnimmt. In Sopron wird der Fidesz-Kandidat und Universitätsprofessor Tamas Fodor in Zukunft die Geschicke lenken. Er löst mit 44,18 Prozent den bisherigen Bürgermeister Walter Dezsö (MSZP; 40,81 Prozent) ab.

Die Ergebnisse entsprechen einem einheitlichen Trend: so gewann Fidesz-KDNP in Györ-Moson-Sopron mit 63,41 Prozent, in Vas mit 62,50 Prozent und in Zala mit 62,50 Prozent. Auch in den grenznahen Städten Csorna, Kapuvar und Mosonmagyarovar gewannen die Fidesz-Kandidaten das Rennen um das höchste Amt der Stadt und lösen nach drei Amtsperioden ihre Vorgänger ab (Csorna: György Turi, 67,14 Prozent, Kapuvar: György Hamori, 46,39 Prozent und Mosonmagyarovar: Miklos Szabo, 56,26 Prozent).

Zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kam es in Szombathely (Steinamanger). György Ipkovics machte mit einem Vorsprung von nur 1,01 Prozent das Rennen vor Miklos Molnar (Fidesz). Szombathely bleibt daher als einzige Nachbarstadt in Händen der Sozialisten. Köszeg fällt an die Fidesz mit dem neuen Bürgermeister Laszlo Huber. Szentgotthard bekommt als einzige Grenzstadt mit Tibor György Viniczay einen unabhängigen Bürgermeister. In Zalaegerszeg (Komitat Zala) gewann der Fidesz-Kandidat Endre Gyimesi mit 60,48 Prozent. (APA)

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