Salzburger Arzt soll Patientin getötet haben

4. Oktober 2006, 09:15
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Mediziner wird verdächtigt, Ernährung gegen den Willen der Frau abgestellt zu haben - Staatsanwalt hat Verfahren eingestellt

Salzburg - Ein Salzburger Arzt soll im September 2001 die Weisung gegeben haben, bei einer damals 88 Jahre alten Frau die Ernährung über eine Magensonde abzustellen. Angehörige sagen, die Maßnahme sei gegen den Willen der betagten Frau erfolgt, die zu diesem Zeitpunkt bei vollem Bewusstsein gewesen sei. Die 88-Jährige überlebte allerdings den fünftägigen Nahrungsentzug und starb erst Monate später, berichten die "Salzburger Nachrichten" (SN) in ihrer Dienstag-Ausgabe.

Die Zeitung zitiert als Beleg für diese Behauptung ein Ärzteblatt vom betreffenden Tag, das den SN vorliegt. Dort sei handschriftlich vermerkt: "lt. Anordnung v. Dr. (Name der Redaktion bekannt) Absetzen von Med. + Nahrung (trotz Einspruch)". Diese Weisung habe der Arzt dem Pfleger sogar schriftlich gegeben. Die Salzburger Staatsanwaltschaft hat laut SN in diesem Fall wegen versuchten Mordes ermittelt - allerdings seien die Ermittlungen eingestellt worden. (APA)

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