Air France hat andere Prioritäten

10. Oktober 2006, 13:10
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Diskussionen um einen etwaigen Allianz-Wechsels der AUA von der Star Alliance zum Skyteam dürften einseitig gelagert sein

Paris – Die jüngste Diskussionen um einen etwaigen Allianz-Wechsels der AUA von der Star Alliance zum von der Air France / KLM dominierten Skyteam, dürften wohl einseitig gelagert sein. Denn die Prioritäten der französisch/holländischen Airline konzentrieren sich nicht auf die Aufnahme der AUA, sondern liegen in anderen Bereichen. "Wir sind heute europäischer Marktführer auf den wichtigsten, wachstumsstärksten Märkten. Und unser Wachstum wird sich vor allem auf die Langstrecke ausrichten", betonte Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta jüngst im STANDARD-Gespräch. Im Skyteam hätte die AUA mehr Platz bekommen, um nach Osteuropa zu expandieren, als sie es heute in der Star Alliance (Lufthansa, United) habe.

Korb 1999

Henri-Pierre Gourgeon, leitender Vorstand von Air France, erinnert sich an 1999, als die AUA von der Qualiflyer-Gruppe zur Star Alliance wechselte und dem Skyteam einen Korb gab: "Wir hatten intensivste Verhandlungen mit der AUA und waren kurz vor einem positiven Abschluss. Wir hatten ihnen gesagt, dass die Zukunft mit Air France eine sehr positive sei und Austrian eine exklusive Stellung für Osteuropa bekomme", so Gourgoun. Man warnte davor, dass die Flughafen-Drehscheibe München und die Lufthansa zusehends ihr Geschäft in den Osten selbst ausbauen würde und diese an Österreich vorbeifliegt. "Ich weiß, dass gerade die jüngeren Manager bei der AUA zur Air France tendierten."

Streckennetz in Osteuropa

Der Beitrag den die AUA mit ihrem Streckennetz in Osteuropa für die Star Alliance bringt, wäre auch für das SkyTeam sehr hoch. Doch derzeit erziele das Skyteam Mitglied Czech Airlines (CSA) in Prag jene hohen Zuwachsraten, die für die AUA bestimmt gewesen wären, so Gourgoun. Denn im Gegensatz zur Star Alliance wo Lufthansa, AUA, die polnische LOT und SAS im Osten Europas tätig sind, dürfte CSA im SkyTeam noch länger die Position der Exklusivität innehaben. "Außer Aeroflot kommen andere Airlines für Skyteam im Osten Europas in absehbarer Zeit nicht infrag"“, erklärt Gourgoun. Die rumänische Tarom wird als assoziiertes Mitglied Air France unterstützten. (Kurt Hofmann, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.10.2006)

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