Fire nicht ganz so überrascht wie sein Kollege

2. Oktober 2006, 18:27
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Den Nobelpreis sieht er auch als Chance: "Anerkennung verleiht einem eine Stimme"

New York/Palo Alto - Andrew Z. Fire ist Sinnbild des in sich gekehrten Forschers. "Er geht ganz in seinem Labor auf", sagen Kollegen über den 47-jährigen US-Genetiker und Pathologen, der sich den diesjährigen Nobelpreis in Medizin mit seinem US-Kollegen Craig Mello teilt. Fires Stimme war kaum hörbar, als er sich vier Stunden nach der überwältigenden Nachricht aus Stockholm am Telefon meldete. "Ich bin glücklich, aber doch nicht völlig überrascht", sagte er. Seine Hobbys: "Meine Familie, meine Forschung."

Künftig will der Nobelpreisträger sein Renommee nutzen und seine Stimme zu einer Reihe von Themen erheben. "Anerkennung verleiht einem eine Stimme", sagte er. "Das ist eine Herausforderung, ein bisschen beängstigend", fügt der Genetiker hinzu. "Aber es ist schon manch prominentem Forscher gelungen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für seine Sache zu gewinnen." Die Frage nach dem, was ihm am Herzen liegt und für welchen guten Zweck er eintreten will, geht Fire dann schon wieder zu weit. Das verriet er vorerst nicht.

Werdegang

Fire kam in Stanford zur Welt und wuchs in Sunnyvale (Kalifornien) auf. Sein erstes Diplom, einen Bachelor in Mathematik, bekam er 1978, gerade erst 19 Jahre alt, von der Universität von Kalifornien in Berkeley verliehen. Dann promovierte er in Biologie am berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston. Nach weiteren Forschungen im britischen Cambridge schloss er sich 1986 der Carnegie Institution in Baltimore an und machte sich nebenbei auch an der Johns Hopkins Universität, ebenfalls in Baltimore, verdient. (APA/dpa)

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