Vorzugsstimmen: Strache mehr als Schüssel

2. Oktober 2006, 17:16
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Kärnten: Haider erhielt 7.154 Nennungen, SPÖ-Kandidat Köfer 6.411

Wien - FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache konnte in Wien die meisten Vorzugsstimmen erringen. Er erhielt auf der Landesliste 4.380 Vorzugsstimmen, auf der Regionalwahlkreisliste (Wien Süd) 14.580. Damit hat er niemand geringeren als Bundeskanzler Wolfgang Schüssel auf den zweiten Platz verwiesen. Dieser lag im Jahr 2002 noch auf dem ersten Platz.

Schüssel erhielt auf der Landesliste 3.738 Vorzugsstimmen, im Regionalwahlkreis Wien Süd-West 14.167. Laut einer Rathaus-Aussendung wird die Vergabe von Vorzugsstimmen nach vorläufigen Berechnungen - ohne Wahlkarten - zu keinen Änderungen in der Mandatszuweisung führen.

Somit haben die beiden SPÖ-Kandidatinnen Nurten Yilmaz und Elisabeth Pittermann ihr Ziel einer Vorreihung verfehlt. Die beiden lagen auf Platz 7 beziehungsweise 9 der Landesliste und hatten einen Vorzugsstimmenwahlkampf geführt. Ob Yilmaz auch ohne Vorzugsstimmen in den Nationalrat einziehen kann, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

Die Wiener Spitzenkandidaten der Parteien konnten demnach folgende Ergebnisse erzielen:

o ÖVP: Wolfgang Schüssel - Landesparteiliste 3.738,
  Regionalwahlkreis Wien Süd-West 14.167
o SPÖ: Andrea Kuntzl - Landesparteiliste 825,
  Regionalwahlkreis Wien Innen-West 829
o FPÖ: Heinz-Christian Strache - Landesparteiliste 4.380,
  Regionalwahlkreis Wien Süd 14.580
o GRÜNE: Eva Glawischnig-Piesczek - Landesparteiliste
  3.125, Regionalwahlkreis Wien Süd-West 7.221
o BZÖ: Peter Westenthaler - Landesparteiliste 256,
  Regionalwahlkreis Wien Süd 1.083
o KPÖ: Melina Klaus - Landesparteiliste 52, Regionalwahlkreis Wien
  Innen-Ost 138
o SLP: Sonja Grusch - Landesparteiliste 4, Regionalwahlkreis
  Wien Süd 14
o MATIN: Hans Peter Martin - Landesparteiliste 171,
  Regionalwahlkreis Wien Innen-Ost 621
o NFÖ: Helmut Schramm - Landesparteiliste 4, Regionalwahlkreis
  Wien Süd 75

Kärnten: Haider erhielt 7.154 Nennungen, SPÖ-Kandidat Köfer 6.411

Die Auszählung der Vorzugsstimmen brachte in Kärnten bei den Mandatslisten keine Veränderungen. Jene Kandidaten, die genügend Stimmen für sich gewinnen konnten, sind ohnehin auf sicheren Listenplätzen gereiht. Der Spittaler SPÖ-Bürgermeister Gerhard Köfer erreichte zwar mit 6.411 hinter BZÖ-Landeshauptmann Jörg Haider (7.154) die meisten Vorzugsstimmen im Land, verfehlte aber in seinem Wahlkreis das Direktmandat und kommt über die Landesliste ins Parlament.

Bei der SPÖ holten die Wahlkreis-Spitzenkandidaten in allen vier Wahlkreisen die meisten Vorzugsstimmen. So schaffte Peter Stauber im Wahlkreis Ost 6.198 Stimmen, Melitta Trunk in Klagenfurt 4.773 und Christine Muttonen im Wahlkreis Villach immerhin noch 3.663. Der St. Veiter Abg. Christian Puswald kam im Wahlkreis Ost zwar auf 4.375 Vorzugsstimmen, verfehlte aber sein Ziel, auf diesem Weg Stauber das Mandat abzujagen.

Scheuch nach Haider

Beim BZÖ holte nach Haider Uwe Scheuch, Spitzenkandidat im Wahlkreis West, mit 4.787 die meisten Vorzugsstimmen, Landeslisten-Erster Josef Bucher kam hingegen nur auf 2.676 Nennungen, Josef Lobnig (Wahlkreis Ost) auf 1.573.

Bei der ÖVP führt Abg. Klaus Auer mit 2.994 Vorzugsstimmen das parteiinterne Ranking an, gefolgt vom Klagenfurter Kandidaten Wilfried Kammerer (1.454) und Spitzenkandidat Gabriel Obernosterer (1.332). Auer und Obernosterer ziehen über die Landesliste in den Nationalrat ein.

Deutlich weniger Nennungen konnten die Kandidaten von FPÖ und Grünen verbuchen. FPÖ-Frontmann Karlheinz Klement brachte es auf 626 Vorzugsstimmen. Bei den Grünen hat die Klagenfurter Stadträtin Andrea Wulz mit 723 die Nase vorn, Spitzenkandidat Matthias Köchl schaffte 693. (APA)

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