50 Leichen in Bagdad entdeckt

6. Oktober 2006, 08:30
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Dutzende Angestellte von Computerläden in Bagdad entführt - Drei US-Soldaten und ein britischer Soldat getötet

Bagdad - Im Irak sind am Sonntag und Montag die Leichen von 50 Menschen entdeckt worden. Die Getöteten seien in verschiedenen Bezirken der Hauptstadt Bagdad gefunden worden, teilte das irakische Innenministerium mit. Die meisten von ihnen seien durch Kopfschüsse umgekommen.

Drei US-Soldaten wurden in der westirakischen Unruheprovinz Al Anbar getötet, ein britscher Soldaten kam in Basra ums Leben, ein weiterer britischer Soldat wurde verletzt. In Bagdad wurden vierzehn Menschen eines Computerunternehmens entführt. Das irakische Parlament verlängerte den Ausnahmezustand um einen Monat.

Die 50 Getöteten seien wahrscheinlich Opfer der Kämpfe zwischen Sunniten und Schiiten geworden, sagte ein Vertreter der Polizei. Der US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, warnte vor der zunehmenden interkonfessionellen Gewalt im Irak. In dem Land spiele sich ein zweiter Krieg zwischen Sunniten und Schiiten ab, warnte der Diplomat im US-Nachrichtensender CNN.

Wie die US-Armeeführung mitteilte, erlagen zwei Marineinfanteristen am Sonntag ihren im Kampf erlittenen Verletzungen, ein dritter starb bei einem Verkehrsunfall. Die britischen Soldaten seien am Sonntag in Basra bei einem Schusswechsel getötet worden, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

In Najaf, 160 Kilometer südlich der Hauptstadt, töteten Unbekannte nach Polizeiangaben den Direktor eines Krankenhauses und seinen Fahrer. In Bagdad wurden vier Menschen durch eine Bombenexplosion getötet. Ein hoher Offizier des irakischen Geheimdienstes wurde nach Angaben des Innenministeriums in Bagdad erschossen.

Das irakische Parlament verlängerte den seit 2004 geltenden Ausnahmezustand für den Irak mit Ausnahme der autonomen Provinz Kurdistan. Über die Verlängerung wird monatlich abgestimmt. Sunnitische Abgeordnete sprachen sich für eine Überprüfung der Maßnahme aus, die ihrer Meinung nach nicht zu einer Verbesserung der Sicherheitslage beiträgt. (APA)

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