Alfred Dorfer: "Zusammenführung von Unterricht und Kunst"

9. Jänner 2007, 13:18
9 Postings

Kabarettist wünscht sich Quereinsteiger als Chef eines "Kultusministeriums" und Umverteilung im Kulturbudget

Wien - "Zum ersten Mal habe ich mich wirklich schwer geirrt. Aber wenigstens bin ich damit nicht allein", sagte der Kabarettist Alfred Dorfer am Tag nach der Wahl. Er hatte fix mit einem Wahlsieg der ÖVP gerechnet. Von der neuen Regierung erwartet sich Dorfer "eine absolute Trendwende in der Bildungspolitik". Das beziehe sich nicht nur auf die Studiengebühren, sondern auch auf den Zustand der Unis und den Akademikeranteil.

"Umverteilung"

In Wien sei die Bildungspolitik sicher mitentscheidend für die Verluste der ÖVP gewesen, meint Dorfer, "bundesweit vielleicht weniger". Ím Kulturbereich habe er als in den Kreisky-Jahren Sozialisierter "die Zusammenführung von Unterricht und Kunst nie für ganz falsch gehalten: Bildung und Kultur stehen in einem absoluten Nahverhältnis." Seiner Meinung nach müsse es im Kulturbudget zu einer Umverteilung kommen, "allerdings ohne die großen Festivals auszuhungern". Auch Fragen von privater Kunst- und Kulturförderung, von Joint Ventures in budgetintensiven Bereichen wie dem Filmbereich, seien zu überdenken: "Da ist im Grunde nichts passiert." Als Wunschkandidaten wünscht sich Dorfer niemand Bestimmtes, aber jedenfalls einen, der "nicht aus dem Parteiapparat" kommt, "ein Quereinsteiger". (APA)

  • Artikelbild
    foto: orf/hubert mican
Share if you care.