Modernste Rahmenbedingungen für altehrwürdiges Objekt

10. Oktober 2006, 14:51
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Himmelsscheibe von Nebra: Museum wird zur Dauerausstellung des "Schlüsselfunds der Menschheit" umgebaut

Halle - Für die Dauerausstellung mit der 3.600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra wird Sachsen-Anhalts Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle umgebaut. "Wir wollen ab dem Frühjahr 2008 diesen Schlüsselfund der Menschheit mit modernsten Präsentationsmitteln für Besucher aus aller Welt erlebbar machen", sagte Landesarchäologe Harald Meller. Die Bronzescheibe ist die älteste konkrete Himmelsabbildung der Welt. Die Kosten für den Umbau des Museums betragen laut Meller rund 4,5 Millionen Euro. Das Museum hatte am Sonntag zuletzt geöffnet.

"Mit dem Umbau des Museums wird die jetzige Ausstellungsfläche von 700 auf 3.500 Quadratmeter erweitert. Damit haben wir künftig die fünffache Fläche zur Verfügung", sagte Meller.

Knapp hundertjährige Geschichte

Das Museum wurde 1911 bis 1918 im Stil eines römischen Castells errichtet. Die Magazine bergen rund zwölf Millionen Funde aller Zeitepochen aus dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Dazu gehören der 100.000 Jahre alte Waldelefant von Gröbers und drei 80.000 Jahre alte Birkenpechreste mit Fingerabdrücken von Neandertalern.

Die bisherigen Büro- und Werkstatträume des Museums werden im Zuge des Umbaus künftig in einem Haus in der Innenstadt untergebracht. "Das Museum wird damit künftig eine einzige Ausstellungsfläche sein", sagte Meller.

"Die Menschen interessieren sich seit der Rettung der Himmelsscheibe vor über vier Jahren deutlich stärker für die Archäologie als zuvor, denn die Scheibe hat wie in einer Zeitkapsel das komplexe Wissen der Bronzezeit für die Zukunft in sich konserviert", erklärte Meller.

Scheibe auf Europa-Tournee

Die Scheibe ist nach erfolgreichen Ausstellungen in Halle, Kopenhagen, Wien und Mannheim noch bis zum 29. Jänner in Basel zu sehen. Letzte Station ihrer Europa-Tour wird im Herbst 2007 Barcelona sein. "Danach soll die Scheibe für immer im Landesmuseum bei uns in Halle bleiben", sagte Meller. Die Scheibe war 1999 bei Nebra von zwei Raubgräbern entdeckt worden. Die Polizei konnte im Februar 2002 bei einer fingierten Verkaufsaktion in einem Hotel in der Schweiz den wertvollen archäologischen Schatz sichern. (APA/dpa)

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