Aer-Lingus-Aktie über Ausgabepreis

11. Oktober 2006, 15:31
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Mit dem irischen Billigflieger ist erstmals seit Air Berlin der Börsegang einer Fluglinie geglückt

Dublin - Die Aktien der irischen Billigfluggesellschaft Aer Lingus sind bei ihrem Debüt an den Börsen in London und Dublin deutlich über dem Ausgabepreis gestartet. Die Titel begannen den Handel am Montag mit 2,46 Euro und lagen damit 11,8 Prozent über dem Zuteilungspreis von 2,20 Euro. An der Londoner Börse ist Aer Lingus damit die erste neue Fluggesellschaft nach der britischen Easyjet vor sechs Jahren.

Der Konzern hat sich in den vergangenen Jahren unter staatlicher Führung zu einem Billiganbieter entwickelt. Die Einnahmen in Höhe von rund einer halben Mrd. Euro aus dem politisch umstrittenen Börsengang sollen unter anderem in einen zwei Mrd. Euro teuren Ausbau der Flugzeugflotte investiert werden. Dadurch will das Unternehmen vor allem sein Langstreckenangebot verbessern.

Knapp 75 Prozent der Anteile sollen künftig überwiegend von institutionellen Investoren gehalten werden. Die Regierung will mit 25,1 Prozent dem Staat ein Einspruchsrecht bei wichtigen Firmenentscheidungen sichern. Der Marktwert des staatlichen Unternehmens beläuft sich auf Basis des Ausgabepreises auf 1,13 Mrd. Euro. Die zuvor von Aer Lingus und den am Börsengang beteiligten Banken festgelegte Angebotsspanne lag zwischen 2,10 und 2,70 Euro.

In Deutschland hatte sich im Frühsommer bereits die Billigfluggesellschaft Air Berlin über einen Börsengang frisches Kapital besorgt, allerdings nach einer Herabsetzung des Ausgabepreises weniger als erhofft. Die Luftfahrtbranche gilt bei Investoren wegen starken Wettbewerbs und der hohen Treibstoffkosten als schwierig. (APA/Reuters)

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