Keine Aussage Sausgrubers zu Schüssel-Zukunft

2. Oktober 2006, 18:33
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Vorarlberger ÖVP-Landesgeschäftsführer sieht Fehler in der Wahlkampfstrategie

Bregenz - Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber wollte am Montag über die Zukunft von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nicht spekulieren. "Das ist eine persönliche Entscheidung des Bundeskanzlers, ich sehe seitens der Partei keinen Anlass zu argumentieren", sagte Sausgruber vor seiner Abreise zum ÖVP-Bundesparteivorstand gegenüber der APA. In der Sitzung des Bundesparteivorstands seien keine wesentlichen Weichenstellungen zu erwarten, sagte Sausgruber.

Ergebnisanalyse

Dass im Bundesparteivorstand vorerst lediglich das Ergebnis beraten und analysiert werde, begründete der Landeshauptmann damit, dass zuerst das endgültige Wahlergebnis abgewartet werden müsse. Als Hauptursache ("es ist immer eine Mischung von Gründen") für die ÖVP-Niederlage nannte Sausgruber erneut die nicht ausreichend gelungene Mobilisierung der Wähler. Anders sei das Ergebnis nicht erklärbar, so der Vorarlberger ÖVP-Parteiobmann.

"Bilanz zu ziehen ist zu wenig"

ÖVP-Landesgeschäftsführer Markus Wallner sah die Ursache für die mangelnde Mobilisierung von ÖVP-nahen Wählern vor allem im geführten Bilanzwahlkampf. "Bilanz zu ziehen ist zu wenig", stellte Wallner gegenüber der APA kritisch fest. Seiner Ansicht nach hätte die ÖVP dem Bürger deutlicher machen müssen, was sich die Partei für die Zukunft Österreichs vorstelle, "das hat aber kaum stattgefunden", so der Landesgeschäftsführer.

Koalitionsverhandlungen

Als weiteres Manko empfand Wallner, dass die Kanzlerfrage zu wenig deutlich gestellt worden sei. "Man hätte den Leuten veranschaulichen müssen, dass es um den Kanzler geht und dass die Sache knapp ist", sagte Wallner. Man habe sich innerhalb der Partei viel zu sehr auf die Umfragen verlassen, die der ÖVP einen Vorsprung attestierten. "Es sind uns ein paar Fehler unterlaufen", so Wallner, der das "uns" auf die gesamte ÖVP bezogen wissen wollte. Mögliche Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ stellte sich Wallner schwierig vor. Wo Kompromisse zu finden sein könnten, sei heute ganz schwer absehbar. Die SPÖ habe im Wahlkampf Milliardenversprechen gemacht, so Wallner.(APA)

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