Pogatetz bleibt Gesprächsthema

6. Oktober 2006, 20:02
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Hickersberger: "Verhal­ten ist inakzeptabel" - Kapitän Ivanschitz: "Un­terste Schublade" - Mit Optimismus und Respekt gegen Liechtenstein

Innsbruck - Mit viel Optimismus blickt ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger auf das Trainingslager des Nationalteams in Vorarlberg und auf das kommende Länderspiel in Vaduz gegen Liechtenstein. Im Zuge dieses Camps will der Teamchef aber auch die Vorgänge um Emanuel Pogatetz noch einmal thematisieren, wie er am Montag auf einer Pressekonferenz in Innsbruck ankündigte.

Das Team war vorerst noch nicht komplett. Bis zum ersten Training am Montagabend in Schruns/Tschagguns sollten auch die beiden GAK-Spieler Joachim Standfest und Andreas Schranz zum Team stoßen. Deren Abreise hatte sich verzögert, da Standfest seinen Sohn in der Nacht ins Krankenhaus hatte bringen müssen.

Kuljic kommt verspätet

Auch Sanel Kuljic, der für Sion zuletzt drei Tore schoss, wird verspätet zum Team treffen, da er mit seiner Mannschaft am Mittwoch noch gegen Grasshoppers Zürich antreten muss. "Aber ansonsten sind alle Spieler, auch alle Legionäre schon beim Team", berichtete Hickersberger. "Das zeigt, dass alle beim Team sein wollen, dass sie spielen wollen. Ein wichtiges Zeichen gerade in diesen Zeiten." Der englische "Konditions-Guru" Roger Thomas Spry wird erst am Montagabend zum Team stoßen.

Hickersberger sprach noch einmal die harsche Kritik von Emanuel Pogatetz an ihm und an Kapitän Andreas Ivanschitz nach dem Länderspiel gegen Venezuela (0:1) an. "In zehn Tagen im Camp in Nyon hat er kein Wort gesprochen, zwei Tage später gibt er via APA seine Meinung kund. Dieses Verhalten ist inakzeptabel", betonte Hickersberger. "Kritik soll man intern aussprechen." Und: "Jeder weiß, dass ich ein Trainer bin, der auf Feedback großen Wert legt."

Ivanschitz: "Unterste Schublade"

Auch der kritisierte Teamkapitän nahm kurz zu Pogatetz Stellung: "Das Verhalten war für mich unterste Schublade. Denn wenn man als Mensch Qualität hat, sagt man solche Sachen in der Mannschaft und zum Trainer."

Im Trainingscamp in Vorarlberg will Hickersberger diese Vorfälle mit der Mannschaft noch besprechen. Ein "Verhaltenskodex" für die Teamspieler sei ausgearbeitet, ob sie diesen auch unterschreiben müssen, ließ der Nationaltrainer offen.

Optimismus und Respekt

Ansonsten versprühte Hickersberger viel Optimismus ("der Großteil der Spieler stößt zum Team mit tollen Erfolgserlebnissen bei ihren Vereinen"), zeigte aber auch viel Respekt vor dem Freitag-Gegner Liechtenstein: "Das ist ein Gegner, den wir in unserer derzeitigen Situation respektieren müssen. Wir werden sicherlich nicht mit zu vielen Neulingen einlaufen." Der Teamchef verwies dabei auf das Länderspiel von Liechtenstein in Schweden: Dort hielten die Fürstentum-Kicker lange Zeit ein 1:1, gingen gegen den WM-Teilnehmer erst im Finish mit 1:3 in die Knie.(APA)

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    Hickersberger blickt Richtung Liechtenstein.

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