Schweizer Seco erhöht Prognose für 2007

16. Oktober 2006, 12:40
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Weltkonjunktur und Bau belasten weniger stark als erwartet - Arbeitslosenquote soll 2007 von 3,3 auf 2,8 Prozent sinken

Bern - Die Schweizer Wirtschaft verliert im nächsten Jahr nach Ansicht der Ökonomen des Bundes weniger stark an Schwung, als zunächst erwartet. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat seine Konjunkturprognose von 1,5 auf 1,7 Prozent erhöht. Damit bleibt das Seco allerdings am unteren Rand der Prognosen der Konjunkturauguren, die 2007 eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um bis zu 2,1 Prozent erwarten. Für das laufende Jahr beließ das Seco am Montag seine Prognose bei 2,7 Prozent, die Werte anderer Konjunkturexperten reichen hier von 2,1 bis 3,0 Prozent.

Die Konjunkturabkühlung nach dem Boomjahr 2006 bezeichnete Seco-Chefökonom Aymo Brunetti als "Wachstumsberuhigung". Sowohl die Exporte als auch die inländische Nachfrage würden an Schwung verlieren. Hintergrund ist die sich abkühlende Weltwirtschaft. Seit der letzten der quartalsweise abgegebenen Konjunkturprognose des Seco im Juni haben sich laut Brunetti die Anzeichen gemehrt, dass die bisher ausgesprochen lebhafte Weltkonjunktur allmählich an Fahrt verliert.

Insbesondere in den USA dürfte sich das Wirtschaftswachstum im Zuge der Abkühlung am Immobilienmarkt und der damit verbundenen Verlangsamung des privaten Konsums bis 2007 spürbar abschwächen, schreibt Brunetti in einer Mitteilung. Das Seco geht hier noch von einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent aus nach 3,5 Prozent in diesem Jahr.

Im Euroraum werde die positive Entwicklung wohl nicht ausreichen, um die weniger günstigen außenwirtschaftlichen und monetären Rahmenbedingungen wie etwa die Aufwertung des Euro zu kompensieren. Das Seco verweist zudem auf die konjunkturbelastenden Steuererhöhungen in Ländern wie Deutschland und Italien.

Frühindikatoren behauptet

In der Schweiz hingegen konnten sich in den letzten Monaten die meisten Frühindikatoren auf hohem Niveau behaupten. In einzelnen Bereichen zeichnet sich allerdings eine gewisse Abkühlung ab, insbesondere in der Bauwirtschaft. Der Boom bei den Bauinvestitionen laufe aus, schreibt das Seco. Es prognostiziert für 2007 einen leichten Rückgang des aktuell hohen Niveaus um 0,5 Prozent. Die anderen Konjunkturkomponenten bleiben hingegen positiv: An der Spitze stehen wiederum die Ausrüstungsinvestitionen mit einem Plus von 5,0 Prozent. Die Zunahme von erwarteten 8,0 Prozent im laufenden Jahr wird allerdings nicht mehr erreicht.

Der private Konsum legt laut der Prognose um weitere 1,6 Prozent zu und bildet damit weiterhin eine solide Konjunkturstütze. Positive Impulse für den privaten Konsum sind vom Arbeitsmarkt zu erwarten. Die Frühindikatoren für die Beschäftigung zeigen deutlich nach oben. Das Seco hat seine Prognosen für den Arbeitsmarkt daher beibehalten. Demnach dürfte die Beschäftigung 2006 in der Schweiz um 0,8 Prozent und 2007 um 0,5 Prozent zunehmen. Die Arbeitslosenquote werde so im Jahresdurchschnitt von 3,3 Prozent im laufenden Jahr auf 2,8 Prozent im 2007 abnehmen.

Auch die Teuerungsprognosen beließ das Seco unverändert, und zwar bei 1,2 Prozent für dieses und 1,0 Prozent für nächstes Jahr. (APA)

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