Internationale Handelskammer revidiert Marketing- und Werbekodex

9. Oktober 2006, 12:04
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Regelwerk um Werbung im Internet, Telefon- und SMS-Marketing erweitert

Die Internationale Handelskammer (ICC) hat ihren Marketing- und Werbekodex revidiert und um Werbung im Internet, Telefon- und SMS-Marketing erweitert, teilte die weltweit tätige Wirtschaftsorganisation am Montag mit. Der Kodex setze hohe ethische Maßstäbe, die weit über gesetzliche Vorgaben hinausgingen. Festgelegt ist darin etwa, dass wissenschaftliche Aussagen durch veröffentlichte Forschungsergebnisse gestützt sein müssen oder Werbung die Unerfahrenheit von Kindern nicht ausnutzen darf.

Der ICC Kodex wurde 1937 erstmals veröffentlicht und ist Referenztext für viele nationale Regelwerke. Die Verhaltensregeln sollen internationalen Marketing- und Werbeagenturen, sowie den Auftrag gebenden Unternehmen einen umfassenden Verhaltenskodex für ihr Werbeverhalten bieten. Diese neueste Fassung trage den über die letzten Jahre stark gestiegenen Anforderungen an Wahrheitsgehalt, Nachprüfbarkeit von Werbeaussagen und Datenschutz Rechnung, hieß es.

Die Industrie sei in den vergangenen Jahren auf Grund der problematischen Vermarktung mancher Produkte wie Fast Food, Süßigkeiten oder Softdrinks - stark kritisiert worden. Mobiltelefone wurden unter anderem für Gesundheitsprobleme, Videospiele für Gesellschaftsprobleme verantwortlich gemacht. Rasche Medienentwicklungen, Klagedrohungen und ein zunehmendes Gefühl, Kinder und andere schwache Gruppen schützen zu müssen, hätten den Druck der Öffentlichkeit erhöht, neue Regeln und Schutzmaßnahmen einzufordern, um mit Werbe- und Marketingmaßnahmen sensibler umzugehen, heißt es in einer Aussendung.

"Gute Werbung braucht Freiheit, doch die Freiheit gilt nur so lange man sich selbst eine Grenze setzen kann und nicht andere dies für einen bestimmen," sagte Theodor Mautner Markhof, der österreichische Delegierte in der internationalen ICC Marketing & Advertising Commission.

"Der ICC Kodex ist ein wichtiges Werkzeug, um die Effektivität der Selbstregulierung der Werbeindustrie zu stärken, als notwendige Ergänzung zu gesetzlichen Regulierungen", so Max Burger-Scheidlin, Geschäftsführer der Internationalen Handelskammer, Österreich (ICC Austria).

Die Internationale Handelskammer (ICC), gegründet 1919, ist die größte private Wirtschaftsorganisation der Welt. Mitglieder sind international aktive Industrie- und Handelsunternehmen, Banken, Versicherungen, Anwaltskanzleien, etc. aus 130 Ländern.(APA)

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