Medion erwartet Millionenverlust

11. Oktober 2006, 11:24
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Aldi/Hofer- Lieferant schraubt Prognose nach unten

Der als Aldi/Hofer-Lieferant bekannte deutsche Elektronikhändler Medion muss dem zunehmenden Preis- und Wettbewerbsdruck Tribut zollen und hat seine Prognosen für 2006 deutlich nach unten geschraubt. Nun setzt Medion verstärkt auf hochauflösende Technologien (HD) und den anstehenden Austausch der Produkte, die noch nicht HD-tauglich sind. Darüber hinaus rechne das Unternehmen im Rahmen der Einführung von Windows Vista mit einer erhöhten Austauschbereitschaft der IT-Welt. Man wolle zudem mit gutem Design und einfacher Bedienbarkeit bei den zunehmend massenfähigen Technologien für das Digitale Zuhause punkten, heißt es aus dem Unternehmen auf Anfrage von pressetext.

Unter den Erwartungen

Nach Angaben von Medion haben sich die Auftragseingänge zum Ende des dritten und insbesondere für das entscheidende vierte Quartal unter den eigenen Erwartungen entwickelt. Auch der durch die Fußball-WM erhoffte Nachfrageschub sei hinter den Erwartungen der Branche zurückgeblieben. Das habe zu einem verstärkten Wettbewerbsdruck und zusätzlichem Druck auf Preise und Margen geführt, heißt es in einer Aussendung. Zudem habe die Unsicherheit über die Nachfrageentwicklung für ein deutlich vorsichtigeres Order-Verhalten der Kunden gesorgt.

"Wir müssen akzeptieren, dass niedrigere Preise im Ergebnis zu niedrigeren Umsatzerwartungen führen"

Nachdem ursprünglich ein Umsatz von zwei Mrd. Euro erwartet worden war, rechnet Medion für das laufende Jahr nun noch mit einem Jahresumsatz von 1,5 bis 1,7 Mrd. Euro. "Wir müssen akzeptieren, dass niedrigere Preise im Ergebnis zu niedrigeren Umsatzerwartungen führen. Wichtig ist, dass Medion nachhaltig Geld verdient. Dafür schaffen wir jetzt die Voraussetzungen", erklärt Medion-Chef Gerd Brachmann. So soll der Restrukturierungskurs weiter forciert werden. Im ersten Halbjahr hatte Medion die betrieblichen Aufwendungen um 26,5 Prozent auf 45,9 Mio. Euro reduziert.

Erhöhte Risikovorsorge

Massive Abschreibungen und eine erhöhte Risikovorsorge sorgen allerdings im Gesamtjahr für einen Fehlbetrag von 45 bis 60 Mio. Euro. Das operative Ergebnis wird im positiven einstelligen Millionenbereich erwartet. Auch der Ausblick in die Zukunft fällt nicht gerade rosig aus. "Unser Ziel ist es, in einem weiter schwierigen Marktumfeld durch Kostenoptimierung möglichst effiziente Strukturen für ein mittelfristiges Umsatzpotenzial von 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro zu erreichen", so Finanzvorstand Christian Eigen.

Neben dem anhaltenden Preisverfall und dem vorsichtigeren Orderverhalten machte Medion gegenüber pressetext auch die Trennung von unprofitablen Geschäftsbereichen für die niedrigeren Umsätze verantwortlich. Die Börsianer reagierten jedenfalls wenig erfreut auf die Neuigkeiten des Elektronikhändlers. Die Aktie rutschte um knapp zwölf Prozent ab und pegelte sich am Montagmittag bei 7,73 Euro ein. (pte)

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