Red Bull spürt Wackers Atem

2. Oktober 2006, 11:27
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Trapattoni nach Salz­burgs Heim-Remis gegen Ried: "Hätten auch ver­lieren können" - Tirol-Trainer Straka bejubelte 2:0 über Sturm Graz

Wien - Wacker Tirol blieb auch nach der elften Runde das Überraschungs-Team der Fußball-Bundesliga und dem haushohen Titel-Favoriten Red Bull Salzburg auf den Fersen. Mit einem verdienten 2:0 über den bisher einzigen Salzburg-Bezwinger der laufenden Saison, Sturm Graz, stießen die Innsbrucker nicht nur wieder auf den zweiten Platz vor, sondern verkürzten auch den Rückstand auf drei Punkte. Die schwächelnden "Bullen" kamen nämlich nicht über ein Heim-Remis gegen Schlusslicht SV Ried hinaus.

Nach dem enttäuschenden UEFA-Cup-Auftritt in Blackburn am vergangenen Donnerstag prolongierten die Salzburger auch in der Meisterschaft ihre "kleine" Negativserie. 1:2 in Graz gegen Sturm, 0:2 in Blackburn und nun 1:1 gegen die Innviertler. Star-Trainer Giovanni Trapattoni ging mit seiner Truppe dennoch nicht allzu hart ins Gericht: "Der UEFA-Cup ist uns noch in den Beinen gesteckt. Die Länderspielpause brauchen wir jetzt, um wieder zu Kräften zu kommen."

"Das Unentschieden geht in Ordnung"

Dennoch räumte "Trap" nach dem Duell David gegen Goliath bzw. Leader gegen Letzter ein: "Das Unentschieden geht in Ordnung. Wir hätten auch verlieren können. Im Grunde genommen war es ein gewonnener Punkt." Sein Gegenüber Helmut Kraft hatte einmal mehr die mangelnde Chancenauswertung seiner Offensivkräfte zu kritisieren. "Mit einem zweiten Tor hätten wir das Spiel entschieden. Aber wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu. Das waren zwei verlorene Punkte."

Der Tiroler Coach der Rieder "Wikinger" weiß um die Bedeutung der kommenden Wochen: "Das Abstiegsgespenst geistert schon in den Köpfen der Spieler herum. Diese Unentschieden bringen uns da auch nicht weiter." Vom Gegner ernteten die Oberösterreicher dennoch Lob und Anerkennung. "In der ersten Hälfte war Ried klar besser. Die Rieder sind eine sehr gute Mannschaft, der Tabellenplatz täuscht", meinte etwa Thomas Linke und fügte hinzu: "Wir waren nicht aggressiv genug, zu weit vom Mann weg. Kopf und Beine waren nach dem UEFA-Cup müde, aber das sieht man auch bei großen Mannschaften."

Straka: "Hut ab vor der Mannschaft"

In Innsbruck war die Stimmung nach dem, erst in den Schlussminuten fixierten, fünften Saisonsieg hervorragend. "Das war außergewöhnlich heute", streute Erfolgstrainer Frantisek Straka seiner Mannschaft Rosen. "Hut ab vor der Mannschaft. Wie sie gefightet hat und wie alle Spieler an diesen Sieg geglaubt haben. Alle sind Matchwinner." Dennoch betätigte der Tscheche auch die Euphoriebremse: "Die Bäume bleiben stehen, sie wachsen nicht in den Himmel. Wir müssen trotz des zweiten Platzes auf dem Boden bleiben."

Seine beiden Matchwinner schwebten naturgemäß auf Wolke sieben. "Wir haben für diesen Sieg sehr hart gearbeitet", freute sich Olushola Aganun, Torschütze zum 1:0 in der 87. Minute. Und Marcel Schreter, der zwei Minuten später für die Entscheidung gesorgt hatte, meinte: "Für mich war es nach der langen Verletzungspause ein besonderes Tor. Wir haben heute gezeigt, dass wir nicht nur für uns spielen, sondern auch für die Zuschauer."

Pasching verbessert

Das Paschinger Waldstadion erlebte nach dem bitteren UEFA-Cup-Aus gegen Livorno wieder fröhlichere Stunden. Für den unter Druck und in die Kritik geratenen Superfund-Trainer Milan Djuricic kamen das 4:2 über Aufsteiger Altach und der damit verbundene Vorstoß auf Platz drei gerade recht. "Wie üblich haben wir probiert, gut zu spielen. Im Gegensatz zu den vergangenen Partien ist es uns aber gelungen, die Torchancen auch zu nützen", betonte Djuricic.

Paschings Doppel-Torschütze Christian Mayrleb erklärte: "Wir sind in den ersten Runden hinten sehr gut gestanden, mussten aber jetzt auch etwas für die Offensive tun. Deshalb hat der Trainer schon zuletzt sehr offensiv aufgestellt. Doch jetzt ist der Knoten endlich geplatzt." Altach-Coach Michael Streiter blieb trotz Niederlage gelassen: "Wir sind noch nicht die Mannschaft, die ich haben will. Deshalb haben wir in Pasching einen Rückschlag kassiert." (APA)

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    Frantisek Straka ist außer sich vor Freude.

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