Kammerreform: "Jetzt geht's los"

28. Juni 2000, 18:47

Leitl: "Es liegt der Berg vor uns, und es wird kein Spaziergang"

Wien - Mit seiner einstimmigen Wahl zum neuen Präsidenten der Wirtschaftskammer auf dem Kammertag ist laut Christoph Leitl auch der Startschuss zur Kammerreform gefallen. "Jetzt geht's los", sagte der Nachfolger von Leopold Maderthaner bei seiner Antrittskonferenz am Mittwoch. "Es liegt der Berg vor uns, und es wird kein Spaziergang, sondern eine schwierige Bergtour." Bis Ende November soll die Kammerorganisation von einer "verdienstvollen, aber etwas in die Jahre gekommenen Institution zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen" umgebaut werden, kündigte Leitl an. Damit wolle er ein Best-Practice-Modell auch für die Reform anderer öffentlicher Einrichtungen liefern. Mit der Aufnahme des Kärntner Freiheitlichen Matthias Krenn in das Präsidium sind erstmals alle bundesweit kandidierenden Gruppen vertreten - für Leitl als Signal für eine neue Überparteilichkeit der Wirtschaft. Als Einziger der alten Garde bleibt SP-Banker René Alfons Haider Vizepräsident.

Als Kammerpräsident wird Leitl weniger verdienen als bisher als oberösterreichischer Landesrat - 135.000 S (9811 EURO) im Monat statt 180.000 S. "Das Finanzielle war nicht entscheidend", sagt der Miteigentümer der Bauhütte Leitl. Er denke auch nicht daran, seine Gage durch einen Nebenjob - etwa in einer Pensionsversicherung - aufzufetten. Er wird aber den Rechnungshof um eine Regelung wie die Pyramide für die Politikergehälter bitten.

Der bisherige Vizegeneralsekretär Manfred Gründler, der nicht abtreten will, wird übrigens zwangsbeurlaubt. Für 2,5 Mio. S Jahresgage wird er vorläufig spazieren gehen. (ef/lyn)

Share if you care.