Auftakt mit zwei Österreichern

2. Oktober 2006, 19:15
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Vanek stürmt für Buffalo Sabres, Pöck verteidigt für New York Rangers - Kein klarer Favorit auf Stanley Cup, doch Buf­falo hoch gehandelt

Buffalo/New York/Wien - Die National Hockey League (NHL) startet am Mittwoch in das Jahr zwei nach dem "lockout". Ohne Regeländerungen und ohne klare Favoriten, aber mit erhöhtem Gehalts-Limit und hohen Erwartungen nach dem positiv verlaufenen Comeback-Jahr geht die stärkste Eishockey-Liga der Welt in die Saison. Und erstmals mit zwei Österreichern: Der Steirer Thomas Vanek (22) stürmt für die Buffalo Sabres, der Kärntner Thomas Pöck (24) verteidigt für die New York Rangers.

Vanek und die Sabres eröffnen am Mittwoch in Raleigh beim Stanley Cup-Sieger Carolina Hurricanes, Pöck darf sich berechtigte Hoffnungen machen, zum Auftakt am Donnerstag im Madison Square Garden gegen die Washington Capitals einer der sechs Verteidiger zu sein. Den 14. Oktober können sich die heimischen Eishockey-Fans dann rot anstreichen. In der HSBC-Arena könnte es zum ersten NHL-Duell zweier Österreicher kommen, wenn Buffalo die Rangers empfängt.

Während Vanek bei Trainer Lindy Ruff gesetzt war, musste sich Pöck im Camp für das Team von Tom Renney qualifizieren. Nachdem der 24-Jährige im Vorjahr knapp gescheitert und nur für acht Einsätze vom Farmteam geholt worden war, ist er diesmal mit dabei. "Im Vorjahr war ein Ausnahmejahr. Die Rangers haben fast alles gewonnen und hatten wenige Verletzungen in der Defensive", erklärte Pöck vor dem Saisonstart. Heuer werden mit Ozolinsh und Roszival zu Saisonbeginn gleich zwei fehlen. Die Chance für Pöck, der in der AHL der zweitbeste Scorer unter den Verteidigern war. Ob er auch in der NHL viel punkten kann, hängt davon ab, ob "ich in der ersten Linie und im Powerplay spiele", weiß der Kärntner, der mit seinen Kollegen am Wochenende ein dreitägiges "Team-Building-Camp" absolvierte.

Vanek geht in sein zweites Jahr und will eine ähnliche Berg- und Talfahrt mit 25 Toren (und 23 Assists) im Grunddurchgang, aber einigen längeren Torflauten und einem Platz auf der Tribüne im Conference-Finale (3:4-Siege gegen den späteren Champion Carolina) vermeiden. Seine Ziele sind klar: "Mehr Punkte als im Vorjahr" und "den Stanley-Cup. Wir haben eine gute Mannschaft, wir können es schaffen", sagte der 22-Jährige gegenüber der APA - Austria Presse Agentur.

Ein klarer Favorit auf den Titel ist diesmal nicht auszumachen. Die Sabres und die Rangers, im Vorjahr fälschlicherweise noch als zwei der schwächsten Teams eingestuft, werden nicht mehr unterschätzt und gelten als Top-Klubs im Osten. "Sporting News" hat die Sabres sogar als neuen Champion getippt.

Die im Vorjahr eingeführten Regeländerungen, die seit heuer auch in Österreich gelten, und der neue Rahmen-Kollektivvertrag (CBA - "collective bargaining agreement") haben der NHL gut getan. Die Liga war in der Vorsaison ausgeglichen wie selten zuvor, die kleinen Klubs stellten die Hierarchie auf den Kopf, was schließlich zu einem überraschenden Finale zwischen Carolina und den Edmonton Oilers führte.

Die Befürchtungen, dass die Fans der Liga nach 515 Tagen Pause die kalte Schulter zeigen könnten, erwiesen sich als unbegründet. Buffalo etwa konnte die Zuschauer-Zahlen um 10,3 Prozent steigern, nahm damit aber nur Rang fünf ein. Da die Einnahmen der 30 Klubs die Erwartungen übertrafen (2,1 Mrd. statt der prognostizierten 1,8 Mrd. Dollar), wurde die Gehalts-Obergrenze ("salary cap") für die bevorstehende Saison erhöht. Statt zwischen 21,5 und 39 Millionen Dollar 2005/06 dürfen die Klubs nun jeweils zwischen 28 und 44 Mio. Dollar an Spielergehältern ausgeben.

Buffalo musste heuer notgedrungen um einiges tiefer in die Tasche greifen, um die erfolgreiche Mannschaft zu halten. Statt ca. 29 Mio. Dollar ist der Kader heuer rund 40 Mio. Dollar teuer. Vanek ist mit knapp unter 950.000 Dollar (Quelle: NHL-Spielergewerkschaft) nun einer der billigeren Profis der Sabres, Pöck mit 600.000 Dollar für die Rangers im Vergleich zu Top-Verdiener Jaromir Jagr (8,36 Mio.) oder Neuzugang Brendan Shanahan (4 Mio.) vergleichsweise ein Schnäppchen.

Stark angestiegen ist aber auch die Torausbeute der Liga. 18 Prozent mehr Tore als vor dem "Lockout" sahen die Fans in der Vorsaison. Das ging sowohl auf das Konto von Routiniers wie Jagr, der Klubrekorde in New York aufstellte, als auch der Rookie-Truppe, die als eine der besten der Geschichte gilt. Alexander Owetschkin (Washington Capitals) und Sidney Crosby (Pittsburgh Penguins) sorgten für Furore, Vanek war immerhin sechstbester Torschütze unter den Neulingen. In der bevorstehenden Saison darf man vor allem auf das NHL-Debüt des Russen Jewgenij Malkin gespannt sein. Der Center der Pittsburgh Penguins fällt verletzungsbedingt allerdings für bis zu sechs Wochen aus.(APA)

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    Thomas Pöck und Thomas Vanek.

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