Der entzauberte Wahlkampfmanager

2. Oktober 2006, 18:32
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ÖVP-General Lopatka blieb erneut erfolglos

Sein letzter Triumph war die vorgezogene Nationalratswahl 2002, seitdem musste er eine Niederlage nach der anderen einstecken.

Am schmerzvollsten für Reinhold Lopatka waren wohl der Verlust der Steiermark im vergangenen Jahr und die Abwahl von Landeshauptfrau Waltraud Klasnic. Lopatka hatte dort mit der Erfindung der „Marke Klasnic“ seine Karriere als Parteimanager begonnen. Er positionierte sie als Magna Mater Styriae. Nach dem selben Konzept vermarktete er den als Wendekanzler nicht gerade beliebten Schüssel als Cello spielenden Bonvivant, der auch weiche Seiten hat.

Bei der Präsidentschaftswahl 2004, als er Benita Ferrero- Waldner zu „Benita“ machte, ging das Konzept bereits nicht mehr auf. Hier zeigte sich auch erstmals deutlich, dass Lopatka auch vor harter Kampagnenführung nicht zurückschreckte: Wie seine Kollegen aus der SPÖ hatte auch er amerikanische Wahlkämpfe intensiv beobachtet und sich einiges von den „dirty tricks“ abgeschaut.

Er war aber immer klug genug, die „Schmutzarbeit“ den Vorfeldorganisationen zu überlassen. Beim Bawag-Wahlkampf übernahm der ÖAAB das „negative campaining“. Lopatkas Zukunft ist ungewiss: Sein Langfrist- Wunschziel war immer eine Rückkehr in die Steiermark. (DER STANDARD, Printausgabe, 2.10.2006)

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    Reinhold Lopatkas Zukunft ist ungewiss.

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