Angehender Priesterseminarist soll 17-Jährige vergewaltigt haben

3. Oktober 2006, 17:29
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Zwei Verdächtige nach Übergriff auf Autobahnparkplatz bei Graz festgenommen

Graz - Ein 17-jähriges Mädchen ist in der Nacht auf Samstag auf einem Parkplatz der Pyhrnautobahn in der Nähe von Graz offenbar vergewaltigt worden. Die beiden mutmaßlichen Täter wurden von der Polizei festgenommen, wie die Sicherheitsdirektion Steiermark vermeldete. Einer der beiden Tatverdächtigen sollte am Montag im Burgenländischen Priesterseminar in Wien sein Studium beginnen.

Die minderjährige Steirerin wurde verletzt und verstört ins Landeskrankenhaus Graz eingeliefert. Sie war nur bedingt vernehmungsfähig und konnte sich an das genaue Geschehen kaum erinnern.

In der Disco kennen gelernt

Die Grazerin hatte die beiden Verdächtigen, einen 20-jährigen angehenden Priesterseminaristen und einen 22-jährigen Kellner, in einer Disco kennen gelernt. Die Männer versprachen der jungen Frau, sie nach Hause zu bringen. Doch stattdessen fuhren sie auf einen Autobahnparkplatz, wo es zu den Übergriffen kam.

Ein Zeuge war durch die Hilferufe der Grazerin alarmiert worden und eilte ihr zur Hilfe, woraufhin die Verdächtigen flüchteten. Der Zeuge konnte sich aber das Kennzeichen des Wagens merken.

Nachdem die Polizei gerufen worden war, wurde eine Großfahndung eingeleitet. Die Verdächtigen, beide sind rumänische Staatsbürger, wurden einige Stunden später gefunden und festgenommen. Der 20-Jährige, der im Bezirk Melk gemeldet ist, hatte im vergangenen Jahr am verpflichtenden Vorbereitungsjahr für Priesterseminaristen in Horn - dem "Propaedeuticum" - teilgenommen, so die Kathpress am Sonntag.

Regens "tief betroffen"

"Tief betroffen" hat sich der Regens des Burgenländischen Priesterseminars, Johannes Pratl, zu dem Vorfall mit dem Vergewaltigungsvorwurf auf einem Autobahnparkplatz bei Graz geäußert. Der junge Mann, dessen Eltern in Österreich leben, habe im Vorjahr um Aufnahme in das Priesterseminar der Diözese Eisenstadt ersucht. Beim Aufnahmeverfahren habe er einen "erfreulich guten Eindruck" gemacht. Dass in Eisenstadt das Aufnahmeverfahren für das Priesterseminar sehr sorgfältig durchgeführt wird, lasse sich daraus ersehen, dass in den vergangenen drei Jahren an die 30 Interessenten abgewiesen worden seien.

Auch während des Einführungsjahres habe sich der Tatverdächtige "durchaus positiv" präsentiert, so Regens Pratl. Daher sollte der 20-jährige am Montag seine Ausbildung im Priesterseminar der Diözese Eisenstadt beginnen. "Dazu wird es nun nicht mehr kommen. Die zur Last gelegte Tat ist schlichtweg unentschuldbar, auch wenn erst das Gericht über die genaueren Umstände befinden kann", betonte Pratl. "Offensichtlich gibt es unauslotbare seelische Abgründe", so der Regens: "Das tiefe Mitgefühl gilt dem Opfer". (APA)

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