Interview: "Aus dem Häuschen"

5. Oktober 2006, 13:48
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Michael Schumacher nach seinem Triumph beim GP von China

Schanghai - Interview mit Michael Schumacher nach dem Sieg am Sonntag beim Formel-1-GP von China:

Die Vorzeichen standen alles andere als gut für das Rennen. Hatten Sie nach der verregneten Qualifikation mit Platz sechs und Alonso auf der Pole Position sowie den Nachteilen Ihrer Bridgestone-Reifen dennoch heimlich mit einem Sieg gerechnet?

Schumacher: "Ich bin ins Rennen gegangen mit dem Motto, Schadensbegrenzung zu betreiben. Ich war zu Beginn des Rennens - ehrlich gesagt - überrascht, dass wir dem Tempo der Konkurrenz folgen konnten, weil es doch noch ziemlich nass war. Dass der Sieg rausgekommen ist, ist umso schöner. Ich habe damit nicht gerechnet."

Sie haben nach Ihrem Sieg fast die gesamte Ferrari-Crew umarmt und geherzt und sich gegenseitig gefeiert. Wie große ist die Freude über die Rückkehr an die WM-Spitze zum ersten Mal in dieser Saison?

Schumacher: "Es ist ein Wunder, dass wir dort sind. Ich bin natürlich komplett aus dem Häuschen. Wir haben ein verloren geglaubtes Rennen gedreht. Aber selbst wenn ich Fernando (Alonso) nicht geschlagen hätte, hätte ich auch nur zwei Punkte verloren. Das hätte ich vor dem Rennen sofort unterschrieben und wäre nach Suzuka gefahren."

Wann haben Sie im Rennen an Ihren 91. Grand-Prix-Erfolg geglaubt?

Schumacher: "Im Prinzip, nachdem ich Fisichella überholen konnte, gleich nachdem er auf Trockenreifen gewechselt war. Da war schon die Hoffnung ziemlich groß, dass wir einen Vorteil bei den Bedingungen mit unseren Reifen haben würden. Da musste ich mich dann sputen."

War die Strategie, vierzig Runden mit einem Reifensatz zu fahren, der Schlüssel zum Erfolg?

Schumacher: "Ja. Es war ein Glücksspiel. Wir haben gezockt. Diesmal hat das Glückspendel in meine Richtung ausgeschlagen."

Nun kommt Suzuka, wo Sie vor sechs Jahren Ihren ersten Titel mit Ferrari holten. Wie stehen die Vorzeichen für den vorletzten Grand Prix Ihrer Karriere?

Schumacher: "Es ist unheimlich schwierig vorherzusehen. Die Reifen sind ein ganz entscheidender Faktor. Sie können sich je nach Rennstrecke verändern. Die Strecke hat uns aber immer gelegen. Drückt uns die Daumen - dann schaffen wir es irgendwie schon. Es ist eine grandiose Voraussetzung für die nächsten zwei Rennen." (APA/dpa)

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