Aufatmen bei Rapid

1. Oktober 2006, 20:31
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Hütteldorfer beenden Durststrecke rechtzeitig vor der Länderspielpause - Mattersburg-Trainer attestiert schlechteste Saisonleistung

Wien - Gerade rechtzeitig vor der zweiwöchigen Länderspiel-Pause ist dem österreichischen Fußball-Rekordmeister SK Rapid der lang ersehnte Befreiungsschlag gelungen. Mit dem 4:1-Heimsieg am Samstag gegen SV Mattersburg feierten die Hütteldorfer nicht nur den ersten vollen Erfolg nach sechs sieglosen Liga-Spielen, sondern fuhren auch den ersten Drei-Punkter unter Trainer Peter Pacult ein.

Wenig Druck gespürt

Allzu überschwänglich wollte sich der Wiener aber nicht freuen. "Ich persönlich habe nur sehr wenig Druck gespürt. Ich kenne das aus dem Ausland, daher kann ich damit umgehen." Die lange Wartezeit auf einen Erfolg hat Pacult nach eigenen Angaben kaum Kopfzerbrechen bereitet. "Ich sehe ja täglich, wie die Mannschaft im Training arbeitet. Also war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis der erste Sieg kommt."

Positiv hob der 46-Jährige hervor, dass seine Spieler trotz des frühen Rückstands nicht die Köpfe hängen ließen. "Vor allem in der zweiten Hälfte waren wunderschöne Aktionen dabei, das stimmt mich zuversichtlich", sagte Pacult.

Noch nicht optimal

Der frühere 1860-München-Betreuer sprach von einem "souveränen Sieg", dennoch gebe es in Zukunft noch einiges zu optimieren. "Vor allem im läuferischen und taktischen Bereich müssen wir besser arbeiten." Dafür hat Pacult nun zwei Wochen Zeit, "aber in der Länderspiel-Pause fehlen mir gleich acht Spieler. Da ist kontinuierliches Arbeiten schwierig."

In den kommenden Tagen muss der Coach unter anderem auch auf den 17-jährigen Neo-ÖFB-Teamspieler Veli Kavlak verzichten, der im Mittelfeld wie der 21-jährige Ümit Korkmaz phasenweise wieder sein Talent aufblitzen ließ. "Das ist, als ob man sie ins Wasser haut und schaut, ob sie schwimmen können oder nicht. Sie schwimmen sehr gut, und das ohne Schwimmflügerl", meinte Pacult über die beiden Jung-Kicker.

Lederer mit Leistung unzufrieden

"Wir haben verdient verloren, weil wir unsere schlechteste Saisonleistung abgeliefert haben", ärgerte sich Trainer Franz Lederer. Der umstrittene Platzverweis von Krzystof Ratajczyk rund zehn Minuten vor dem Schlusspfiff lag dem Burgenländer noch etwas im Magen. "Der Ausschluss war nicht spielentscheidend, aber es war keine Rote Karte. Doch es heißt ja 'Sankt Hanappi'", deutete Lederer an, dass die traditionell lautstarke Fan-Unterstützung für die Grün-Weißen an ihrer Heimstätte hin und wieder auch auf den Schiedsrichter abfärben könnte. (APA)

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    Peter Pacult konnte sich das erste Mal über drei Punkte freuen.

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