Zypern droht mit Veto bei EU-Verhandlungen mit der Türkei

10. Oktober 2006, 13:32
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Wegen von Ankara verweigerter Anerkennung der Insel-Republik

Berlin - Der Außenminister der Republik Zypern, Georgios Lillikas, hat der Türkei mit einem Veto seines Landes für die Fortsetzung der Aufnahmeverhandlungen in die Europäische Union gedroht. Solange die Türkei die Inselrepublik Zypern nicht völkerrechtlich anerkenne und ihre Häfen nicht für zypriotische Schiffe freigebe, werde das EU-Mitglied Zypern sich gegen eine EU- Mitgliedschaft der Türkei stellen, sagte Lillikas der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Für die EU wollen wir sicherstellen, dass sie kein Land aufnimmt, welches sich weigert, europäisches Recht zu akzeptieren."

Völkerrechtliche Anerkennung

Die türkische Regierung lehne die Bedingungen ab, die Voraussetzung für eine EU-Mitgliedschaft sind, sagte Lillikas. "Sie erkennt die Republik Zypern völkerrechtlich nicht an. Die Anerkennung aller Mitglieder der EU, in welche die Türkei ja will, muss aber Voraussetzung sein. In dieser Frage ist nichts verhandelbar." Würden die 25 EU-Staaten hier eine Ausnahme für die Türkei machen, verlören sie ihre Glaubwürdigkeit.

Unterstützung von Deutschland

Zypern habe auch Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Unterstützung gebeten. "Deutschland sollte wie jedes EU-Mitglied der Türkei klarmachen, dass es nur einen Weg in die EU geben kann: Alle Bedingungen müssen seitens der Türkei akzeptiert werden", sagte Lillikas.(APA/dpa)

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