Merkel für transatlantische Freihandelszone

11. Oktober 2006, 15:22
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Laut Zeitungbericht - Deutsche Kanzlerin: "Bündelung gemeinsamer Interessen"

Hamburg/Berlin - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nach Darstellung des "Spiegels" bei einem Scheitern der so genannten Doha-Runde der Welthandelsorganisation WTO eine Freihandelszone von Europäern und Amerikanern ins Gespräch bringen. Wie das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab berichtete, vertraute Merkel vergangenen Mittwoch dem EU-Ausschuss des Bundestags in nicht-öffentlicher Sitzung mit Blick auf eine gemeinsame Freihandelszone von Europäern und Amerikanern an: "Ich halte die Idee für faszinierend."

"Bündelung gemeinsamer Interessen"

Ein transatlantischer Bund, der rund 60 Prozent des heutigen Weltsozialprodukts innerhalb seiner Grenzen vereinen würde, sei nicht gegen andere Weltregionen gerichtet, diene allerdings sehr wohl "der Bündelung gemeinsamer Interessen". Merkel agiere aus mehreren Gründen eher hinter den Kulissen, schrieb das Blatt. Sie wolle die aufstrebenden Weltmächte Indien und China nicht verprellen.

Konkurrenz

Auch wäre eine offene Initiative zum jetzigen Zeitpunkt "der Todesstoß für die laufenden Welthandelsgespräche", zitiert das Magazin einen Kanzlerberater. Deshalb habe Merkel im Ausschuss beteuert, die Freihandelszone dürfe "nicht in Konkurrenz" zur Doha- Runde verstanden werden: "Wenn die WTO weitergeht, o.k.", sagte sie diesen Angaben zufolge. Falls die WTO-Runde scheitere, solle Merkels Plan aktiviert werden. In der Doha-Runde verhandeln 149 Staaten seit Jahren über ein multilaterales Zollsenkungsabkommen.

Schwenk zu zweiseitigen Verträgen

Ihren Berater für Weltwirtschaftsfragen, Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach, lasse sie bereits ausloten, wie westliche Verbündete die Überlegungen aufnehmen, schreibt das Magazin weiter. In den nächsten Wochen treffe er zu Gesprächen mit der amerikanischen Handelsbeauftragten Susan Schwab zusammen. Dabei solle auch das Thema einer transatlantischen Freihandelszone erörtert werden.

Der Schwenk zu zweiseitigen Verträgen in der deutschen Handelspolitik folgt laut "Spiegel" einem internationalen Trend: Die US-Regierung verhandele derzeit mit mehreren Ländern über bilaterale Handelsabkommen. EU-Handelskommissar Peter Mandelson habe Gespräche über ein EU-Abkommen mit Indien angekündigt. (APA/dpa)

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