Islamisten melden Einnahme von strategisch wichtigen Ort

30. Oktober 2006, 12:57
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An Grenze zu Äthiopien - Halbutonome Region Puntland streicht Flüge aus Kontrollgebiet der islamischen Milizen

Baidoa/Somalia - Die islamischen Milizen in Somalia haben nach eigenen Angaben einen strategisch wichtigen Ort in der Nähe der äthiopischen Grenze eingenommen. Rund 200 Kämpfer hätten die regierungsfreundlichen Milizen, die bisher Jawil kontrollierten, nach Äthiopien in die Flucht geschlagen, erklärte ein Sprecher der Islamisten am Samstag.

Die bisherigen Machthaber in Jawil hätten auch gute Beziehungen zu Äthiopien gehabt, sagte Islamistenführer Hassan Abdirahman. Daher seien sie "ein Hindernis für unsere Kontrolle über die Region" gewesen. Die islamischen Milizen haben dem Nachbarn Äthiopien wiederholt vorgeworfen, sich in innere Angelegenheiten einzumischen und die somalische Übergangsregierung mit Soldaten zu unterstützen.

Heftige Kämpfe

Ein Bewohner von Jawil berichtete der Nachrichtenagentur AP am Telefon von heftigen Kämpfen, bei denen am Freitag einer der Angreifer und drei Milizionäre der bisherigen Machthaber getötet worden seien. Durch Jawil führt eine wichtige Verbindungsstraße aus Äthiopien ins Innere von Somalia.

Das Land am Horn von Afrika versank nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Mohammed Siad Barre 1991 in Anarchie. Die mit Hilfe der Vereinten Nationen installierte Übergangsregierung kontrolliert lediglich noch die Stadt Baidoa und wird von dem Bündnis islamischer Milizen zunehmend unter Druck gesetzt. Dieses hat in den vergangenen Monaten die Kontrolle über weite Teile Südsomalias übernommen.

Die Behörden der halbautonomen Region Puntland im Nordosten Somalias kündigten unterdessen an, alle Flüge aus dem von den islamischen Milizen kontrollierten Süden auszusetzen. Zur Begründung erklärte die Polizei, es gebe Hinweise darauf, dass das Bündnis Mitglieder in Puntland anwerben wolle. Die Sicherheitskräfte berichteten von einem abgefangenen Brief des islamistischen Klerikers Hassan Dahir Aweys, in dem die Rekrutierung von Milizionären und die Einsetzung eines islamischen Gerichts in Puntland gefordert wird. Aweys wird von den USA der Kontakte mit dem Terrornetzwerk Al Kaida beschuldigt. (APA/AP)

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