Armee will PKK trotz einseitiger Waffenruhe weiter bekämpfen

2. Oktober 2006, 18:30
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Generalstabschef Büyükanit widerspricht Premier Erdogan

Istanbul - Die türkische Armee wird ihren Kampf gegen die Rebellen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei ungeachtet der von der PKK verkündeten Waffenruhe fortsetzen. Der "Terrororganisation" bleibe nur ein Ausweg, sagte Generalstabschef Yasar Büyükanit am Montag in Istanbul, "die Waffen bedingungslos niederzulegen und sich der türkischen Justiz zu stellen".

Die Streitkräfte würden ihren Kampf gegen den Terror solange fortsetzen, "bis es keinen einzigen bewaffneten Terroristen mehr gibt." An dieser Einstellung ändere auch die "so genannte Waffenruhe" der PKK nichts, sagte der Militär.

Büyükanit auf Distanz zu Erdogan

Der Generalstabschef ging damit auf Distanz zu Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der in einer ersten Reaktion erklärt hatte, man werde die Entwicklung verfolgen. Wenn die PKK zu ihrem Wort stehe, werde es "ohne ersichtlichen Grund" keine Operationen der Sicherheitskräfte geben, sagte Erdogan türkischen Journalisten.

Die vom Nordirak aus operierende PKK hatte am Samstag zum wiederholten Male eine Waffenruhe verkündet. Bis zur Festnahme ihres Führers Abdullah Öcalan 1999 hatte die Separatistenorganisation einen 15-jährigen Guerillakrieg für eine Unabhängigkeit der Kurden-Gebiete in der Türkei geführt. Dabei waren mehr als 35.000 Menschen getötet worden. (APA/dpa)

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