Indien will Pakistan Beweise zu Mumbai-Anschlägen vorlegen

6. Oktober 2006, 13:20
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Außenminister: Beurteilen Islamabad nicht nach Worten, sondern nach Taten

Neu-Delhi - Indien will Pakistan die Beweise für dessen Verwicklung in die Bomben-Anschläge von Bombay vorlegen. Dies kündigte der neue Außenminister des Landes, Shiv Shankar Menon am Sonntag bei seinem Amtsantritt in Neu-Delhi an. Indien hat eigenen Angaben zufolge belastbare Beweise für Hilfen des pakistanischen Militärgeheimdienstes ISI bei den Anschlägen auf Nahverkehrszüge und Bahnhöfe, bei denen im Juli 186 Menschen getötet wurden. Ausgeführt wurden die Attentate demnach von der radikal-moslemischen Gruppe Lashkar-e-Taiba.

Die Regierung in Neu-Delhi wirft dem Nachbarstaat seit langem vor, moslemische Separatisten in Kaschmir zu unterstützen. Der Streit um die Himalaya-Region belastet die Beziehung zwischen den beiden Ländern, seit sie von Großbritannien unabhängig wurden.

Gemeinsames Vorgehen

"Wir beurteilen sie nicht nach ihren spontanen Reaktionen oder mündlichen Äußerungen", sagte Menon weiter über Pakistan. "Sondern wir beurteilen sie danach, was sie tatsächlich beim Thema Terrorismus tun." Im Rahmen einer Annäherung haben Pakistan und Indien vor kurzem ein gemeinsames Vorgehen gegen Terrorismus vereinbart und dafür die Schaffung einer speziellen Organisation angekündigt. Pakistan hat den Vorwurf einer Verwicklung in die Anschläge zurückgewiesen. Der Polizeichef von Mumbai hatte am Samstag von belastbaren Beweisen dafür gesprochen. (APA/Reuters)

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