Umfrage: Ostdeutsche auch 16 Jahre nach Einheit unzufriedener

5. Oktober 2006, 18:56
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Ost-West-Gefälle auch bei Rolle der Frau in Gesellschaft

Hamburg - Auch 16 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Ostdeutschen unzufriedener als die Westdeutschen. Während jeder zweite Westdeutsche mit dem Funktionieren der Demokratie im vereinten Deutschland zufrieden ist, sind es in Ostdeutschland nur 27 Prozent, wie eine vom Nachrichtenmagazin "Spiegel" veröffentlichte repräsentative Umfrage der Universität Leipzig ergab.

Auch das Vertrauen in die Verfassungsorgane, vor allem in die Bundesregierung und die politischen Parteien, ist im Osten noch immer wesentlich geringer als im Westen. Einig sind sich Ost und West, was den Wert der Demokratie betrifft: Mehr als 90 Prozent aller Deutschen halten sie anderen Staatsideen für eindeutig überlegen.

Unterschiedliche Sichtweisen

Ein deutliches Ost-West-Gefälle sowie unterschiedliche Sichtweisen zwischen Frauen und Männern in Ost und West ergab die Frage nach der Rolle der Frau in der Gesellschaft. Rund ein Drittel der Männer im Westen und 59 Prozent der Frauen betrachten Diskriminierung von Frauen immer noch als Problem.

In den neuen Ländern sind dies mehr als 50 Prozent der Männer und 72 Prozent der Frauen. Befragt wurden insgesamt über 3800 west- und rund 950 ostdeutsche Bürger ab 14 Jahren. (APA)

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