Bundespräsident ruft zur Wahl auf

1. Oktober 2006, 17:07
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Fischer: Freie Wahlen nicht überall "Selbstverständlichkeit" - Hofft auf rasche Regierungsbildung

Graz - Bundespräsident Heinz Fischer hat die Bevölkerung am Vortag der Nationalratswahl dazu aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. In einer Rede anlässlich der Eröffnung der 100. Grazer Messe am Samstagvormittag meinte das Staatsoberhaupt, eine gute Wahlbeteiligung würde er als "Ausdruck des Interesses an einer lebendigen Demokratie" betrachten. Er verwies darauf, dass die Wahlbeteiligung bei den vergangenen drei Nationalratswahlen jeweils über 80 Prozent gelegen hat.

Fischer brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass Österreich seit Jahrzehnten zu jenen Ländern gehöre, wo freie, geheime und demokratische Wahlen eine Selbstverständlichkeit sind. Er erinnerte daran, dass dies "in manchen Teilen der Welt" nicht so sei und auch in Österreich von früheren Generationen erst "unter großen Opfern" habe erkämpft werden müssen. Daher bitte er die Bevölkerung, vom Wahlrecht auch tatsächlich Gebrauch zu machen, sagte Fischer.

Tradition

Für die Woche nach der Wahl erwartet der Bundespräsident, dass die Führungsgremien der politischen Parteien zu Beratungen zusammentreten. Er verwies auf die Tradition, dass die Bundesregierung nach einer Neuwahl beschließt, dem Bundespräsidenten ihren Rücktritt anzubieten. Dieser Besuch der Bundesregierung bei Fischer ist für Dienstag geplant. Dabei möchte der Präsident auch Gespräche mit den Parteivorsitzenden beginnen, um Verhandlungen über die Bildung einer Regierung vorzubereiten.

Er hoffe, dass es gelingt, in "guter Zeit" eine Regierung zu bilden, die das Vertrauen des Nationalrates genießt und jene Aufgaben in Angriff nimmt, die für eine gute Weiterentwicklung des Landes gelöst werden müssen, sagte Fischer. (APA)

  • Heinz Fischer ruft zum Urnengang
    foto: standard/cremer

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