Samstag: Vorteil Alonso

5. Oktober 2006, 13:48
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Poleposition für den Weltmeister in Shanghai vor Teamkollegen Fisichella - WM-Rivale Schumacher im Regen nur Sechster

Shanghai - Michael Schumachers Aufholjagd in der Formel-1-WM droht im Regen von Shanghai ein jähes Ende. Während WM-Leader Fernando Alonso und dessen Renault-Teamkollege Giancarlo Fisichella am Sonntag (8.00 MESZ) von den Plätzen eins und zwei in den China-Grand-Prix starten, wurde Schumacher am Samstag im verregneten Qualifying für den drittletzten Saisonlauf nur Sechster und muss deshalb aus der dritten Reihe losfahren.

Reifenvorteil

Und die Wetterprognosen meinen es mit dem deutschen Ferrari-Piloten, der zum Karriere-Ende seinen achten WM-Titel anpeilt, nicht gut. Die Regenwahrscheinlichkeit für das Rennen liegt zwischen 40 und 70 Prozent und dass die Michelin-Reifen im Nassen eindeutig besser sind als die Bridgestone des Ferrari von Schumacher, zeigte sich am Samstag deutlich.

Schumacher: "Definitiv zu langsam"

"Wir sind im Regen einfach nicht konkurrenzfähig", gestand Schumacher nach dem Qualifikationstraining, in dem er als einziger Bridgestone-Pilot ins Top-10-Finale gekommen war. Zwar konnte der einstige Regenkönig dort den Schaden in Grenzen halten, "wir sind aber definitiv zu langsam", so der Deutsche.

Er strebe zwar am Sonntag trotzdem den Weg nach vorne an, "wenn sich aber die Bedingungen nicht ändern, geht es nach hinten statt nach vorne. Dann sind wir von Platz sechs eigentlich chancenlos", glaubt der Deutsche, der zudem auf die Schützenhilfe seines nach einem Motorwechsel ans Ende des Feldes zurückversetzten Teamkollegen Felipe Massa verzichten muss. Die Ferrari-Teamführung rief zum Daumendrücken für trockenes Wetter auf.

Alonso: "Im Regen unschlagbar"

Alonso wiederum bejubelte sein "Comeback" überschwänglich. "Sie haben uns einen Reifen gegeben, der uns im Regen unschlagbar macht", tönte der Weltmeister, der erstmals seit dem Kanada-GP im Juni wieder auf Pole steht. In Montreal hatte der derzeit bei 108 Punkten haltende Spanier auch seinen bisher letzten Saisonsieg gefeiert, danach hatte Schumacher (106) in sechs Rennen seinen Rückstand von 25 auf 2 Punkte reduziert.

Zumindest am Sonntag dürfte nun aber Alonso wieder obenauf sein. "Wir sind in einer wirklich starken Position und darüber sehr glücklich", sagte der zufriedene Spanier, der schon im Auto schmunzeln musste, als man ihm auf die Frage nach der Trainings-Platzierung von Schumacher per Funk hämisch geantwortet hatte: "Auf Platz sechs, armer, alter Michael." Mit seiner Zeit von 1:44,360 Min. war Alonso gleich 1,3 Sekunden schneller gewesen als Schumacher.

Nach seiner 15. Pole und der 6. in dieser Saison darf Alonso zuversichtlich in den China-GP gehen. Die Reifen-Diskussion würgte er sofort ab. "Wir sind schnell im Regen, wir sind schnell im Trockenen", sagte der 25-Jährige. Williams-Testpilot Alexander Wurz, der maßgeblichen Anteil an der Bridgestone-Entwicklung hat, präzisierte aber das Problem. "Wenn es richtig regnet, ist der Bridgestone ohnehin wieder besser. Das Problem sind die Intermediates, Michael fuhr heute teilweise wie auf rohen Eiern."

Barrichello und Button zeitgleich

Das Qualifying brachte auch Kurioses. So fuhren die beiden Honda-Piloten Rubens Barrichello und Jenson Button mit der auf die Tausendstel gleichen Zeit in die zweite Startreihe. Schumacher teilt sich Reihe drei mit seinem künftigen Nachfolger bei Ferrari, dem Finnen Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes). Und dem alten und neuen Spyker-Piloten Christijan Albers wurden alle Zeiten gestrichen, weil er das Auto nicht zur Abwaage gebracht hatte. Die Positionen im hinteren Bereich der Startaufstellung dürften damit wieder einmal wohl erst Sonntag vor dem Rennen feststehen.

Doornbos vor Coulthard

Bei Red Bull Racing fuhr ausgerechnet Klien-Nachfolger Robert Doornbos (NED) als Zehnter das bessere Trainingsergebnis heraus. David Coulthard musste sich nach einer Serie an technischen Pannen in seinem RB mit Platz zwölf begnügen. "Die Plätze zehn und zwölf auf einer Strecke, die Michelin-Autos bevorteilt, das ist enttäuschend", sagte Teamchef Christian Horner. (APA)

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    15. Pole-Position für Fernando Alonso.

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