Tiflis schließt Übergabe russischer Offiziere nicht aus

1. Oktober 2006, 14:48
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Verteidigungsminister: "Wir könnten uns möglicherweise entscheiden, in diese Richtung zu gehen"

Moskau/Washington - Im Konflikt zwischen Russland und der früheren Sowjetrepublik Georgien hat die georgische Regierung eine Übergabe der festgenommenen russischen Offiziere nicht ausgeschlossen. In der internationalen Praxis habe es Präzedenzfälle dieser Art gegeben, sagte der georgische Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili im georgischen Fernsehsender Imedi, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax am Freitag berichtete.

Spionageverdacht

"Wir könnten uns möglicherweise entscheiden, in diese Richtung zu gehen, ich schließe das nicht aus", sagte er demnach. Am Mittwoch waren in Tiflis vier russische Offiziere unter Spionageverdacht festgenommen worden, was eine ernste Krise zwischen Moskau und Tiflis auslöste.

Die USA riefen beide Seiten zu einer diplomatischen Lösung auf. Außenamtssprecher Sean McCormack wies am Freitag auch eine Forderung Moskaus zurück, die Angelegenheit vom UN-Sicherheitsrat behandeln zu lassen. Das Problem sei am besten von den beiden Nachbarn zu lösen, sagte er. Washington habe zu beiden Konfliktparteien diplomatische Kontakte gehabt. Nach Angaben von georgischer Regierungsseite telefonierte Georgiens Präsident Michail Saakaschwili mit US-Außenministerin Condoleezza Rice. (APA)

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