RZB-Marktausblick: Übernahmefieber in Europa

3. Oktober 2006, 19:41
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Ein Kommentar von Raiffeisen Research

Den Akteuren an der New Yorker Börse scheint das aktuelle Aktienmarktumfeld (niedrigere Ölpreise, keine weiteren Zinsanhebungen) zu gefallen. Dementsprechend notiert der S&P 500 aktuell auf seinem höchsten Niveau seit 5 1/2 Jahren, dem Dow Jones Industrials fehlen sogar nur mehr wenige Punkte auf seinen Allzeit-Höchststand von Jänner 2000. Zwar deuten Konjunktur-Vorlaufindikatoren auf eine signifikante Abschwächung der US-Wirtschaft hin. Wir erachten aber das vierte Quartal noch als Zeitfenster für steigende Kurse.

Europa

Die europäischen Aktienmärkte zeigen sich wieder im M&A-Fieber. Wir gehen davon aus, dass Übernahmen und derartige Spekulationen, die sich bereits über alle Sektoren erstrecken, weiterhin für Gesprächsstoff sorgen werden. Der Übernahmekampf von Endesa durch die deutsche E.ON dürfte durch den überraschenden Einstieg des spanischen Mischkonzerns Acciona bei Endesa ein erbitterter werden. Grundsätzlich rechnen wir, solange sich die Diskussionen über das Ausmaß des Wirtschaftsabschwunges (ausgehend von den USA) nicht verhärten, mit einer freundlichen Entwicklung an den Aktienmärkten. Dies gilt auch in Hinblick auf die bevorstehende Berichtssaison. Auch wenn erfreuliche Überraschungen ausbleiben sollten, erwarten wir keinen Einbruch bei den Quartalsgewinnen. Zusätzlich Unterstützung bietet die nach wie vor attraktive Bewertung.

Japan

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat mit Shinzo Abe seit Dienstag einen neuen Ministerpräsidenten. Dieser will die Außenpolitik zu einem seiner Schwerpunkte machen und dabei das Verhältnis mit Südkorea und China verbessern. Wobei die ebenfalls geäußerten Absichten, einen Sitz im UNSicherheitsrat einzufordern und die pazifistische Verfassung aufzuweichen dieser Sache als wenig dienlich erscheinen. Der Markt wird allerdings auch darauf schauen, wie der neue Ministerpräsident die vom Vorgänger Koizumi begonnenen Reformen weiter verfolgen wird. Etwas Erleichterung auf der Zinsseite brachten die im Konsens ausgefallenen Verbraucherpreisdaten (+0,3 %). Weitere wichtige Aufschlüsse wird auch der am Montag erscheinende Tankan-Bericht bringen. Hier werden nach wie vor hohe Unternehmensinvestitionen erwartet. Wir bleiben für die weitere Entwicklung am japanischen Aktienmarkt optimistisch. "Kauf".

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