275 Mio. Kinder weltweit von häuslicher Gewalt betroffen

3. Oktober 2006, 14:43
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Laut Unicef-Studie 82.000 in Österreich

Erschütternde Zahlen liefert nun eine Studie der Unicef: Demnach sind mindestens 275 Millionen Kinder weltweit von Gewalt in der Familie betroffen. "Es ist gegenwärtig eine der meist verbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Sie bleibt ein größtenteils verborgenes Problem, dem sich nur wenige Länder offen stellen", hieß es im Abschlussbericht. Auch in Österreich leiden laut Unicef 82.000 Kinder unter häuslicher Gewalt.

Die Folge solcher - oft traumatischer - Erfahrungen auf psychischer oder/und physischer Ebene können Lernschwierigkeiten und eingeschränktes Sozialverhalten sein. Kinder, die in gewaltgeprägten Familien aufwachsen, können gewalttätiges, leichtsinniges oder kriminelles Verhalten an den Tag legen, leiden an Depressionen oder schweren Angstzuständen, kamen die Experten zum Schluss.

Opfer und Täter

Auf Grund der begrenzt verfügbaren Daten in manchen Teilen der Welt bezeichnete Unicef die Zahl von 275 Millionen Kindern als "vorsichtige Schätzung". Wer in seinen ersten Lebensjahren Zeuge von Gewalt in der Familie wird, für denjenigen erhöhen sich die Chancen enorm, später wieder mit Gewalt in Berührung zu kommen - sei es als Opfer oder als Täter.

Unicef forderte deshalb die Regierungen auf, die Menschen über Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder aufzuklären und entsprechende Verfahren und Gesetze zu schaffen. Außerdem müsse der Ausbau sozialer Dienste forciert werden. (APA)

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