Franka Potente in Sachen Brustkrebs in Wien

1. Oktober 2006, 21:52
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Die Schauspielerin ist Schirmherrin der Initiative "Pink Ribbon" - APA-Interview: "Riesenspaß" bei Dreharbeiten mit Eric Bana in Australien

Franka Potente (32) ist am Freitag als Schirmherrin der Brustkrebs-Initiative "Pink Ribbon" in Wien. Mit der APA sprach die deutsche Schauspielerin, die mit "Lola rennt" (1998) zu internationaler Berühmtheit gelangte und im weiteren Verlauf ihrer Karriere in mehren Hollywood-Produktionen mitspielte, über ihr Engagement für die Brustkrebs-Vorsorge, ihren ersten eigenen Film und ihren jüngsten Dreh in Australien. Und Potente verriet, dass in ihrem Lieblingsfilm keine einzige Frau vorkommt.

APA: Was hat Sie dazu bewogen, als Schirmherrin für "Pink Ribbon" aufzutreten?
Potente: Als Estee Lauder bei mir gefragt hat, haben sie eigentlich bei mir offene Türen eingerannt. Ich habe nicht zum ersten Mal vom Thema gehört, ich muss mich selbst seit Jahren auch mit Krebsvorsorge befassen. Der Weg war also nicht so weit, und ich habe mich auch sehr geehrt gefühlt. Ich finde, das ist etwas, wofür man sich wirklich einfach einsetzen kann, weil es primär darum geht, aufzuzeigen, was es für Möglichkeiten gibt und dass es ein Krebs ist, den man auch wirklich heilen kann.

APA: Sind Sie selber schon einmal in ihrem Umfeld von Brustkrebs betroffen gewesen?
Potente: Ich kenne jemanden, der an Brustkrebs gestorben ist. Ich glaube, so jemanden kennt fast jeder. Mir geht's bei dem Thema aber so - ich glaube, ich muss gar niemanden kennen. Es reicht mir schon zu wissen, dass wir alle theoretisch Brustkrebs kriegen können - schon morgen.

APA: Sie sind äußerst aktiv als Schauspielerin, Autorin und seit kurzem auch als Regisseurin. Daneben haben Sie noch Zeit für solche ehrenvollen Aufgaben wie diese - wie bringt man das alles unter einen Hut? Bleibt da noch Zeit für Privatleben?
Potente: Ja natürlich, am meisten sogar. Ich glaube, dass das immer von außen so wirkt. Ich bin niemand, der vier Filme im Jahr dreht, also gehen solche Aufgaben immer. Und wenn's nicht geht, dann macht man's nicht. Nur so nebenbei geht's ja dann auch nicht. Ich mache das auch sonst nur für Amnesty International und nicht noch für zehn andere Sachen. Man könnte sich schon 24 Stunden am Tag für irgendwas oder irgendwen einsetzen. Aber es macht wohl eher Sinn, weniger zu tun, und das dafür vernünftig.

APA: Ihre erste Regiearbeit "Der die Tollkirsche ausgräbt" hatte auf der Berlinale Premiere und kommt im November in Deutschland ins Kino. Geht's bei Ihnen auch in Richtung Regie weiter?
Potente: Das ist für mich derzeit eher eine Neben-Ambition oder ein zweites Standbein. Ich fühl mich insgesamt sehr im Film zu Hause, auch als Zuschauerin. Aber ich mache lieber ein oder zwei Filme als Schauspielerin und schreibe nebenbei noch, das funktioniert für mich im Moment ganz gut.

APA: Wie waren denn die Dreharbeiten zu "Romulus, My Father" mit Eric Bana in Australien?
Potente: Die Arbeit in Australien war ganz toll. Es hat Riesenspaß gemacht! Ich war auch zum ersten Mal in dem Land und kann das auch nur wärmstens als Reiseland empfehlen. Ich fand das sehr beeindruckend. Die Rolle - nach einer Romanvorlage - war eine Deutsche, die emigriert ist mit ihrem Mann - und das war ganz toll, weil ich ja auch eine Deutsche war, die nichts ahnend nach Australien kam. Ich bin echt ein Riesenfan von dem Land geworden, ich will da auch ganz schnell wieder hin.

APA: Und wie laufen die Gespräche zum Johnny-Depp-Projekt "Shantaram"?
Potente: Bei "Shantaram" hätte eigentlich Peter Weir Regie führen sollen, der ist aber abgesprungen. Ich weiß nicht, wann das überhaupt was wird - aber es wäre natürlich schön. Schauen wir mal.

APA: Zum Schluss noch ein Wordrap: Lieber Buster Keaton oder Charlie Chaplin?
Potente: Charlie Chaplin.

APA: Lieber Beatles oder Rolling Stones?
Potente: Beatles.

APA: Hollywood, Bollywood oder europäischer Autorenfilm?
Potente: Puh, Autorenfilm, so spontan.

APA: Lieblingsfilm?
Potente: Oh Gott, da gibt's so viele. "Lawrence of Arabia". Den hab ich zuletzt erst wieder gesehen, und da kommt die ganze Zeit keine Frau drin vor. Das ist wohl der einzige Film, der ohne Frauen echt toll funktioniert. Und die Musik ist zum Niederknien.

APA: Ihr liebster Film, bei dem Sie mitgemacht haben?
Potente: "Der Krieger und die Kaiserin"

APA: Und für die Zukunft - mit welchem Regisseur würden Sie unbedingt noch gerne drehen?
Potente: Spike Jonze (APA)

  • Franka Potente auf dem Haas-Haus als Botschafterin des internationalen Brustkrebstags
    foto: 'de beauclair'

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