Druck auf Ahern wegen Spendenaffäre wächst

2. Oktober 2006, 18:01
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Vize-Regierungschef kritisiert Erklärung als mangelhaft - Ahern nahm in den 90er Jahren mehrere tausend Pfund an

Dublin - Der irische Ministerpräsident Bertie Ahern steht im Zusammenhang mit der Annahme von tausenden Pfund in den 90er Jahren zunehmend unter Druck. Sein Stellvertreter und Justizminister Michael McDowell sagte am Freitag, Aherns Erklärung für die Spenden aus den Jahren 1993 und 1994 seien nicht ausreichend. Ahern hatte erklärt, vor zwölf Jahren 8.000 Pfund (11.800 Euro) von einer Gruppe aus Manchester erhalten zu haben, darunter irische Geschäftsleute.

Aherns Angaben seien verwirrend und böten keine befriedigende Antwort, sagte McDowell. So habe der Regierungschef nicht genau klären können, "wer ihm was gegeben hat", sagte der Vorsitzende der Progressive Democrats (PD), seit neun Jahren Aherns Koalitionspartner. Auch sei nicht klar geworden, ob es sich bei dem Geld um eine Schenkung oder ein Darlehen gehandelt habe. Ebenso wenig habe Ahern deutlich gemacht, ob er es als politische oder persönliche Spende bekommen hatte.

Auf die Frage, ob die PD aus der Regierungskoalition ausscheiden wolle, äußerte sich McDowell nicht. Verantwortung und Glaubwürdigkeit seien wichtige Voraussetzung für jedes Regierungsmitglied, sagte er lediglich.

Finanzminister Brian Cowen und Außenminister Dermot Ahern verteidigten den Regierungschef indes. Bis 1995 habe es in Irland keine gesetzliche Regelung über Geschenke an Politiker gegeben, sagte Ahern. Damit habe der Ministerpräsident kein Gesetz gebrochen. Überdies gebe es keine Hinweise darauf, das Ahern im Gegenzug irgendwelche Vergünstigungen vergeben habe. (APA/AP)

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