Steppenwölfe im Zoo Salzburg

6. Oktober 2006, 15:26
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Der scheue, dämmerungsaktive Einzelgänger ist in seiner ursprünglichen Heimat selten geworden

Salzburg - Ab dem Wochenende können Zoo-Fans die zwei jüngsten Bewohner des Tiergartens Salzburg am Fuß des Hellbrunner Berges bewundern: die beiden Mähnenwölfe, die - wegen ihrer natürlichen Umgebung in Südamerika - auch Steppenwölfe genannt werden.

"Die Mähnenwölfe sind eine neue Tierart im Zoo. Sie sind erst zehn Monate jung und haben in der 'Wilhelma', dem zoologisch-botanischen Garten in Stuttgart, das Licht der Welt erblickt", berichtet Sandra Langguth, die tiergartenbiologische Leiterin und Tierärztin des Zoo Salzburg. "Die beiden männlichen Tiere haben ihr neues Zuhause im neuen Südamerika-Bereich, der nun Schritt für Schritt fertig gestellt wird. Die großzügige Freianlage und das neu gestaltete Haus wurden zur Gänze aus Sponsorgeldern finanziert", stellte Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner fest.

Einzelgänger

Steppenwölfe sind hochbeinig, schlank und haben eine rötliche Fellfarbe. Das Erscheinungsbild der größten Wildhunde Südamerikas ist beeindruckend. Auf der Suche nach Nahrung - wie kleinen Nagern und Insekten, aber auch Früchten - schreitet der scheue, dämmerungsaktive Einzelgänger im typischen Passgang durch das hohe Gras.

Der Mähnenwolf ist in seiner ursprünglichen Heimat selten geworden. Sein natürlicher Lebensraum wird durch die landwirtschaftliche Nutzung immer kleiner. Auch wegen einiger Legenden - zum einen sollen sein Fleisch und der Kot medizinische Wirkungen haben und zum anderen sollen seine Körperteile als Talisman gelten - wird diese Tierart in den Steppen Südamerikas immer seltener. In den 60er Jahren gab es im östlichen Südamerika noch mehr als 650.000 Mähnenwölfe, inzwischen sind es weltweit noch 3.000 Tiere. Alle in Zoos lebenden Steppenwölfe werden von dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), an dem sich auch der Zoo Salzburg beteiligt, überwacht. Denn das Ziel der wissenschaftlich geführten Zoos ist, diese Tierart vor dem Aussterben zu bewahren. (APA)

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