Georgien

7. Jänner 2008, 10:12
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Hamburg - Als "Balkon Europas" bezeichnen die rund 4,7 Millionen Georgier ihr Land an der Grenze von Europa und Asien. Das landschaftlich abwechslungsreiche Staatsgebiet zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaukasus-Hauptkamm ist etwa so groß wie Bayern.

Mit dem Zerfall der Sowjetunion gewann das einstige Königreich 1991 seine Unabhängigkeit zurück. Doch innere Konflikte, Korruption und der Druck des großen Nachbarn Russland verhinderten, dass der neue Staat auf die Beine kam. Der langjährige Präsident Eduard Schewardnadse leitete demokratische Reformen ein, das Land litt jedoch unter Korruption und Wahlfälschungen.

"Rosenrevolution"

Die friedliche "Rosenrevolution" führte Ende 2003 zum Sturz Schewardnadses nach über zehnjähriger Amtszeit und brachte Michail Saakaschwili an die Macht. Seitdem arbeitet Georgien an einer Integration in westliche Organisationen. Mit einer Aufnahme in die NATO kann das Land jedoch frühestens 2009 rechnen.

Kein georgischer Wein für Russland

Zu den wichtigsten Exporten Georgiens gehören Metalle und landwirtschaftliche Produkte wie Wein oder Nüsse. Zuletzt verhängte Russland allerdings ein Einfuhrverbot für Mineralwasser Wein und Früchte aus Georgien und fügte dem Nachbarland damit einen herben Handelsverlust zu. Schätzungen zufolge erleidet das Land dadurch in diesem Jahr Einbußen von bis zu 80 Millionen Euro. Die EU nimmt die Produkte dagegen nach wie vor ab und hat darauf hingewiesen, es gebe keine Beanstandungen dagegen.

Quer durch das Land verläuft die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline, die Erdöl vom kaspischen Meer zum türkischen Verladehafen Ceyhan transportiert. Derzeit fließen täglich ca. 300.000 Barrel durch die Leitung, 2008 soll die volle Kapazität von einer Million Barrel am Tag erreicht werden.

Russland unterhält noch immer zwei Militärstützpunkte in Georgien, die seit der Zeit der Sowjetunion existieren. Es hat aber inzwischen zugestimmt, diese Soldaten bis 2008 abzuziehen.

Früher eines der reichsten Republiken der Sowjetunion, erlebte das Land nach der Unabhängigkeit einen Wirtschaftskollaps. Inzwischen scheint sich die Lage zu verbessern. 2005 lag das Bruttoinlandsprodukt bei 6,4 Milliarden Euro (2004: 5,1). (APA/dpa)

  • Infografik: Die Baku-Ceyhan-Pipeline

    Infografik: Die Baku-Ceyhan-Pipeline

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