Audley Capital will Handyausrüster Balda übernehmen

10. Oktober 2006, 15:13
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Der deutsche Handy-Ausrüster Balda ist im Visier eines Finanzinvestors, Komplettübernahme über ein Management-Buy-Out geplant

Bad Oeynhausen/London - Der deutsche Handy-Ausrüster Balda ist im Visier eines Finanzinvestors. Die Gesellschaft Audley Capital erhöhte ihre Beteiligung an Balda und will das Unternehmen ganz übernehmen. Der Anteil liege noch unter der Meldemarke von zehn Prozent, sagte ein Sprecher von Audley Capital am Freitag in London. In den vergangenen Tagen seien aber Aktien erworben worden. Zuvor habe die Beteiligung bei 5,01 Prozent gelegen.

Audley Capital will Balda übernehmen und hat dazu Gespräche mit dem Management aufgenommen. Das Offert soll bei 260 bis 300 Mio. Euro liegen.

Voraussetzung für eine Übernahme sei die Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat bei Balda. Vorstandsvorsitzender Joachim Gut sagte der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX, sollte ein formelles Übernahmeangebot unterbreitet werden, werde das Management es prüfen. Die Balda-Aktie machte am Freitag einen Sprung von bis zu 20 Prozent auf über 6,70 Euro.

Komplettübernahme angestrebt

Der Finanzinvestor strebe eine Komplettübernahme über ein Management-Buy-Out an, sagte ein Sprecher. Konsequenterweise solle das Unternehmen dann von der Börse genommen werden. Hintergrund sind Restrukturierungszwänge bei Balda. Diese könnten in einem privat geführten Unternehmen besser realisiert werden, als unter dem Druck der Börse. "Für den Strukturwandel ist ein langer Atem erforderlich. Den sehen wir nicht im derzeit nervösen Kapitalmarkt-Umfeld", sagte der Sprecher.

Balda hatte vor wenigen Tagen eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Beim Vorsteuergewinn gehe das Management für 2006 nur noch von 20 statt der bisher prognostizierten 48 Mio. Euro aus. Auch das Umsatzziel von 460 Mio. Euro sei nicht zu halten. Balda beschäftigt im Konzern rund 8.000 Mitarbeiter. (APA/dpa)

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