BenQ: Haben BenQ Mobile Deutschland nicht ausgeplündert

6. Oktober 2006, 13:53
9 Postings

"Wir haben niemals geplant, so etwas zu tun"

Der taiwanische Elektronikkonzern BenQ hat Vorwürfe aus der deutschen Politik und der IG Metall zurückgewiesen, er habe die deutsche BenQ Mobile systematisch ausgeplündert und in die Insolvenz getrieben. "Wir haben niemals geplant, so etwas zu tun", sagte BenQ-Finanzchef Eric Yu am Freitag in Taipeh.

Real

Solche Aussagen entsprächen nicht der Realität. Die frühere Siemens Mobile hatte am Freitag Insolvenzantrag gestellt, nachdem BenQ ihr den Geldhahn zugedreht hatte.

"Die Menschen haben ein Recht, dass solchen Hinweisen nachgegangen wird."

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sagte bei einem Besuch im BenQ-Mobile-Werk in Kamp-Lintfort, der Betriebsrat habe die Frage aufgeworfen, ob der Betrieb in Deutschland "systematisch kannibalisiert" worden und ob gezielt eine Insolvenz herbeigeführt worden sei. "Wenn das stimmt, muss das gerichtliche Konsequenzen haben", forderte der Politiker. "Die Menschen haben ein Recht, dass solchen Hinweisen nachgegangen wird."

Anzeichen

Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Detlef Wetzel sagte, es gebe Anzeichen, dass es beim Übergang auf BenQ Strukturen gegen habe, die Risiken ungerecht auf einzelne Konzerngesellschaften verteilten. Es könne sein, dass die deutschen Werke damit kaputtgemacht werden sollten "und die Patente in Taipeh im Panzerschrank liegen". "Gemessen daran, was Siemens und BenQ getan haben, ist die normale Heuschrecke ein harmloses Haustier", sagte der Gewerkschafter. Yu bestätigte, die Patente der Siemens-Sparte seien mit dem Kauf vor einem Jahr auf BenQ übergegangen.(APA/Reuters)

  • Artikelbild
Share if you care.