Ski-Tourengehen in Tirol

19. April 2007, 11:57
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Ski-Tourengehen ist in Tirol gebührenfrei. Das Tiroler Modell soll nun in ganz Österreich umgesetzt werden

In Tirol werden keine Gebühren für Ski-Tourengeher mehr eingehoben. Das erklärte Andreas Ermacora, Vizepräsident des Österreichischen Alpenvereins (OeAV), am Rande der Jahreshauptversammlung 2006 des OeAV in Klagenfurt. In der Wintersaison 2005/06 war in ganz Österreich ein heftiger Streit um die Gratisnutzung von präparierten Pisten durch Tourengeher entbrannt.

In Absprache mit den Bergbahnen, den Naturfreunden und dem Kuratorium für alpine Sicherheit habe man einen Kompromiss erzielt und auch Verhaltensregeln für Tourengeher entwickelt, sagte Ermacora. "Die Gebühren sind in Tirol jedenfalls vom Tisch." Nun gelte es, das Tiroler Modell "mit Hilfe der Politik" in ganz Österreich umzusetzen.

Die erarbeiteten Verhaltensregeln beinhalten etwa die Sichtbarmachung von Tourengehern, die in der Dunkelheit unterwegs sind, mit Stirnlampen und reflektierende Kleidung. Ebenso empfohlen wird, "ortsüblich angemessene Parkplatzgebühren" zu akzeptieren. "Der Tourengeher ist jedenfalls Gast auf der Piste", stellte Ermacora fest.

Unklar ist die Situation nach wie vor in den anderen Bundesländern, wie etwa in Kärnten, wo im 2005 auf der Gerlitzen oberhalb des Ossiacher Sees der Streit um die Pistengebühren entbrannt war. Es gehe jetzt darum, "ein friedvolles Miteinander" zu ermöglichen, meinte Ermacora.

"Der Druck auf den Naturraum wird immer größer", stellte OeAV-Funktionär Peter Kapelari fest. Nicht zuletzt dadurch gerate die Wegefreiheit von Freizeitsportlern in Gefahr. In jüngster Zeit seien vermehrt Probleme mit Grundbesitzern aufgetreten, die Kletterern die Ausübung ihrer Sportart verbieten wollten. Ein Grund dafür sei "die Haftungsangst" mancher Grundeigner. "Kein Grundbesitzer wird haftbar gemacht, wenn irgendwo ein Kletterer herunterkugelt", stellte Kapelari fest.

Bezüglich der Mitgliederentwicklung könne sich der Alpenverein über eine positive Bilanz freuen, sagte OeAV-Präsident Peter Grauss. Im vergangenen Jahr sei die Mitgliederzahl um 11.226 Personen auf 317.950 angestiegen. (APA)

  • Tirol geht voran - Österreich soll folgen.
    foto: www.pixelquelle.de

    Tirol geht voran - Österreich soll folgen.

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