Schlumberger Sekt mit neuem Design auf Wachstumskurs

12. Oktober 2006, 18:17
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Appelt belastet noch Quartals-Umsatz, im Gesamtjahr wieder Plus erwartet - Großes Potenzial in Deutschland

Wien - "Schlumberger ist und bleibt die treibende Kraft in der Sektbranche", zeigte sich der Vorstand des heimischen Sekt- und Spirituosen-Herstellers, Gerhard Lacher, im Gespräch mit der APA stolz und präsentierte sein Produkt in neuem Design. Nachdem zuletzt die Schlumberger-Elfe graziler und beschwingter dargestellt wurde, habe man sich nun der Sektflasche angenommen und das Design verändert. Für das Unternehmen hat sich Lacher das Ziel gesetzt, "profitabel zu wachsen" - durch Umsatzsteigerungen und durch Kostenreduktion.

Der neue Schlumberger Sekt präsentiert sich nun mit einem geteilten Etikett mit geprägtem Schriftzug, auf dem die Champagner-Methode prominenter hervorgehoben wird. Der Schulterbereich der Flasche wirkt durch eine neue Manschette schlanker, die Folie um die verkürzte Kapsel und den Flaschenhals ist nun in einem helleren Goldton gehalten. Insgesamt wirkt die Flasche damit "leichter und transparenter", erläuterte Lacher.

Für diese veränderte Ausstattung wurden 500.000 Euro in eine Etikettiermaschine investiert, die seit Anfang September vorerst Schlumberger Sparkling neu "einkleidet". Bis zum Frühjahr soll das gesamte Sortiment umgestellt sein, das dann durch Farbgestaltung "optisch besser differenzierbar" sein werde.

Maßnahmen machen sich bemerkbar

Schon jetzt sei an den Unternehmenszahlen zu merken, dass sich die in den seit 2003 gesetzten Maßnahmen im Konzern und für die Marke ausgezahlt haben, sagte Lacher, der seit Jänner 2003 das Unternehmen leitet. So sei im Vorjahr der Sektabsatz in Österreich mit den beiden Marken Schlumberger und Goldeck zweistellig gewachsen. Dieses Wachstum setze sich auch heuer fort, so der Vorstand, der betonte, dass bei Schlumberger die Zeichen weiter auf Wachstum stehen.

Durch die gesetzten Maßnahmen und den Fall der Sektsteuer sei "Bewegung in den Markt" gekommen. Das Umsatzplus komme aber vor allem aus dem Lebensmittelhandel. In der Gastronomie sei noch mehr zu tun, sagte Lacher: "Wir müssen einen Hebel finden, dass die Kellner von der lapidaren Frage 'Wollen Sie ein Glas Prosecco?' wegkommen." Nach dem der flaschenweise Absatz in der Gastronomie sehr gering sei, müsse man beim glasweisen Absatz ansetzen, so der Marketing-Experte.

Für österreichischen Sekt spreche zudem der starke Patriotismus der Konsumenten bei Nahrungsmitteln, sagte Lacher mit Verweis auf die ausschließlich österreichischen Weine, die für Schlumberger Sekt - den "österreichischen Champagner" - verwendet werden.

Leichtes Umsatzminus

Die Schlumberger AG hat im ersten Quartal 2006/07 (per 31. 3.) einen konsolidierten Umsatz von 44,8 Mio. Euro verbucht. Dieses leichte Minus von 1,3 Prozent sei ausschließlich auf die Lebensmittel-Tochter Appelt zurückzuführen, die im Vorjahr einige Marken abgeben musste. Das konsolidierte Ergebnis hat sich in diesem Zeitraum von 149.000 auf 153.000 Euro verbessert. Das Ergebnis für das erste Quartal sei jedoch wegen der Dominanz des Weihnachtsgeschäftes in der Sektbranche wenig aussagekräftig, räumte Lacher ein.

Bis zum Jahresende soll der Umsatzrückgang bei Appelt um 16,3 Prozent auf 8,5 Mio. Euro mit neuen Marken und einer Ausweitung des Dienstleistungsangebotes wieder ausgeglichen werden. Appelt stehe jedenfalls nicht zum Verkauf, sagte Lacher in Reaktion auf Branchengerüchte. Ganz im Gegenteil: Man befinde sich auf Wachstumskurs - durch zusätzliche Marken, aber auch über Akquisitionen.

Der Umsatz der Sektkellerei ist in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 5,6 Prozent auf 20,6 Mio. Euro gestiegen, das Deutschland-Geschäft bliebe mit einem Umsatz von 13,8 Mio. Euro unverändert. Dies sei nach den schwierigen Wochen während der Fußball-WM ein zufriedenstellendes Ergebnis, zeigte sich Lacher zufrieden, der in Deutschland noch großes Potenzial sieht. (APA)

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