Dunkelheit über Reykjavik

6. Oktober 2006, 14:51
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Zur Beobachtung des Sternenhimmels wurde das Licht in der isländischen Hauptstadt abgedreht

Reykjavik - Die Isländer haben in der Nacht zum Freitag das Licht ausgeschaltet, um sich ungehindert dem Sternenhimmel zu widmen. Als die Hauptstadt Reykjavik und mehrere andere Städte für eine halbe Stunde weitgehend in Dunkelheit versanken, strömten tausende Menschen auf die Straßen und schauten auf die größte Leinwand der Welt: den Himmel.

Im Rundfunk erklärte ein Astronom die Sternbilder, die zwischen Wolken und Regentropfen am Nachthimmel hervorlugten. "Ich hätte lieber einen komplett klaren Himmel gehabt, aber man kann nicht alles haben", sagte Ideengeber der Aktion, Andri Snaer Magnason, der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon.

Eigentlich sei der Sternenhimmel über Island wunderschön. Der Schriftsteller war trotz der bedeckten Wetterlage glücklich: Jahrelang habe er davon geträumt, einmal in der ganzen Stadt das Licht abzuschalten, um nur die Sterne leuchten zu sehen. Zum Auftakt eines Filmfestivals von Reykjavik konnte er die Stadt von seiner Idee überzeugen und damit seinen Traum verwirklichen.

Die Polizei nutzte die Licht-Aus-Aktion als eine Art Generalprobe für Stromausfall. Die totale Finsternis sei es nicht gewesen, sagte der Reykjaviker Polizeipräsident Karl Valsson, aber schon ein großer Unterschied zu sonst. "Das war schon ziemlich interessant", sagte er. (APA/Reuters)

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