Gewerkschaft bereitet Warnstreiks bei deutscher BT-Tochter vor

8. Oktober 2006, 14:02
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Sparprogramm ist Kern der Auseinandersetzung

Im Tarifstreit bei der deutschen Tochter von British Telecom (BT) drohen die Arbeitnehmer mit Warnstreiks. "Wir werden voraussichtlich am nächsten Mittwoch das Scheitern der Tarifverhandlungen verkünden und dann in die Planungen für Warnstreiks eintreten", sagte der Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Marc Welters, am Freitag.

Das Management sieht die Gespräche hingegen noch nicht als gescheitert an. "Wir haben konstruktive Vorschläge unterbreitet und einen neuen Termin vorgeschlagen", sagte ein Firmensprecher. Nun sei die Gewerkschaft am Zug.

Kern der Auseinandersetzung ist nach Welters Angaben der Beitrag der Beschäftigten zu einem vom Unternehmen geforderten Sparprogramm in zweistelliger Millionenhöhe. Von den tarifgebundenen Mitarbeitern verlange BT Germany Lohneinbußen von bis zu 15 Prozent, erläuterte der Gewerkschafter.

Zu einem möglichen Beitrag des Managements und der nicht-tariflich gebundenen Beschäftigten verweigere das Unternehmen bisher Auskünfte. Von den knapp 1.300 deutschen BT-Mitarbeitern würden rund 750 nicht vom Tarifvertrag erfasst. "Wenn hier keine Klarheit geschaffen wird, sehen wir uns nicht in der Lage, Veränderungen am Manteltarifvertrag vorzunehmen", sagte Welters.

Das Unternehmen verlange die Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 42 von 38,5 Stunden, die Kürzung des Jahresurlaubs auf 25 von 30 Tagen sowie die Streichung sämtlicher Zulagen. Die Gewerkschaft war nach Welters Angaben mit der Forderung von 5,2 Prozent Lohnerhöhung in die Tarifverhandlungen gegangen.

BT Germany hat seine Wurzeln im Telefonbereich des früheren Mischkonzerns Viag, der inzwischen in E.ON aufgegangen ist. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2005/2006 (per 31. März) 840 Mio. Euro umgesetzt. Es besitzt ein Glasfasernetz von 11.500 Kilometern Länge.(APA)

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