Sterbehilfe-Verdacht: Arzt aus U-Haft entlassen

3. Oktober 2006, 14:44
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Gericht sieht bei Salzburger Lungenfacharzt keinen dringenden Tatverdacht in Richtung Mord

Salzburg - Der pensionierte Salzburger Lungenfacharzt Helmut Wihan, der nach eigenen Angaben am 13. Juni einer Frau aus Obertrum (Flachgau) aktive Sterbehilfe geleistet hat und deshalb in Untersuchungshaft genommen wurde, ist heute, Freitag, enthaftet worden. Dies teilte der Sprecher des Landesgerichtes Salzburg, Hans Rathgeb, mit. Das Oberlandesgericht Linz "sah keinen dringenden Tatverdacht in Richtung Mord", so Rathgeb.

Der Lungenfacharzt wurde am 7. September in seinem Wohnort St. Jakob am Thurn (Tennengau) verhaftet. Der 62-Jährige hat gestanden, am 13. Juni 2006 seiner schwer depressiven Freundin auf deren Bitte eine tödliche Injektion Morphium verabreicht zu haben. Außerdem habe er 27.000 Euro an sich genommen.

Via Handy ausgeforscht

Zwei Injektionen soll sich die Frau vorher selbst gespritzt haben, gab der Mediziner an. Bei der Obduktion des Leichnams hatte die Gerichtsmedizin Einstiche von Injektionsnadeln festgestellt. Der Arzt war von den Behörden via Handy-Datenauswertung ausgeforscht worden. Die 27.000 Euro hatte er den Beamten übergeben.

Wihan, der am 1. Juli in Pension gegangen war, hatte bei seiner Einvernahme betont, die Tötung der 70-Jährigen in ihrem Haus in Obertrum sei auf deren ausdrücklichen Wunsch geschehen. Er habe zuvor vergeblich versucht, ihr bei der Bewältigung ihrer Krankheit zu helfen. (APA)

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