Song Contest der ethnischen Minderheiten

5. Oktober 2006, 23:05
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Elf Kandidaten treten im schwedischen Östersund gegeneinander an: Weder Staatssprachen noch Englisch erlaubt

Stockholm - Elf musikalische Vertreter verschiedener ethnischer Minderheiten treffen sich in zwei Wochen (14.10.) im schwedischen Östersund, um dort zum vierten Mal den Sieger des Europäischen Minderheitssprachen-Songcontest zu ermitteln. Der Bewerb findet unter dem Namen Liet-Lavlut erstmals in Schweden statt, nachdem bereits zwei Mal Vertreter der Sámi (Lappen) den bisher in den Niederlanden beheimateten Bewerb gewonnen hatten.

Unter den elf, aus über 60 Bewerbern ausgesuchten Teilnehmern findet sich mit der Karavan Familia eine Roma-Band aus Ungarn, das Trio Moot mit Drum & Bass auf Manx-Gälisch, die Gruppe Arbe Garbe mit mit Folk aus Friaul, baskischer Rock, estnischer Folk-Metal auf Votisch und einiges mehr. Der Bewerb soll erstmals live auf mehreren schwedischen Radiokanälen und via Internetradio gesendet werden. Das Schwedische Fernsehen SVT plant eine Aufzeichnung.

Sprachvielfalt wie einst beim großen Contest-Bruder

Der Europäische Songcontest der Minderheitssprachen fand unter dem Namen Liet Ynternasjonaal erstmals 2002 in den Niederlanden statt. Zweck des Bewerbes ist es, die kulturelle, musikalische und sprachliche Vielfalt in Europa zu fördern. Im Gegensatz zu seinem "Großen Bruder", dem Eurovisions-Songcontest, sind bei Liet-Lavlut Beiträge in den europäischen Staatssprachen und insbesondere auf Englisch ausdrücklich nicht willkommen.

Zwei Tage vor dem Minderheiten-Songcontest findet im Storsjöteater von Östersund außerdem die Welturaufführung der lappländischen Joik-Oper "Skuvle Nelja" des norwegisch-samischen Komponisten Frode Fjellheim statt. Fjellheim, der auch die Jury beim Minderheiten-Songcontest leitete, gewann 2003 den Bewerb mit seiner Band Transjoik. Ähnlich wie beim Eurovisions-Songcontest kann das Publikum und die Hörer über Radio und Internet per SMS den Publikumssieger küren. (APA)

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