Deutsche Bischöfe: Meinungsfreiheit nicht aus Angst einschränken

3. Oktober 2006, 15:42
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Katholische Kirchenvertreter appellieren an Islam-Repräsentanten

Fulda - Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben an die Repräsentanten des Islams appelliert, jeder religiösen Legitimation von Gewalt entgegen zu treten. Zudem müssten sie sich gegen jede Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke wenden, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, zum Abschluss der Herbstvollversammlung am Freitag in Fulda. Die Oberhirten warnten davor, aus Angst vor religiös motivierter Gewalt zum Teil auf die Meinungsfreiheit zu verzichten.

"Es gibt eine zerbrechliche Balance zwischen dem Recht der Kunst und der freien Meinungsäußerung auf der einen sowie dem Recht auf Achtung und Respekt vor der religiösen Überzeugung auf der anderen Seiten", sagte Lehmann.

"Jede Zweideutigkeit dient dem Unfrieden"

Die Bischöfe riefen die muslimischen Autoritäten auf der Welt auf, alles zu unterlassen, was zu einer neuerlichen Verschärfung der Situation Anlass geben könnte. "Jede Zweideutigkeit dient dem Unfrieden", sagte Lehmann. Die Bischöfe seien Papst Benedikt XVI. dankbar, dass er keinen Augenblick gezögert habe, den Sinn seiner unter Muslimen umstrittenen Regensburger Rede klarzustellen und und allen Missverständnissen den Boden zu entziehen.

"Manche haben den Heiligen Vater missverstanden, andere wollten ihn missverstehen", sagte der Mainzer Kardinal. Der Papst habe mit seinem Treffen mit muslimischen Gesandten abermals nachdrücklich die vitale Bedeutung des friedlichen Zusammenlebens und eines echten Dialogs zwischen Christentum und Islam unterstrichen. (APA/dpa)

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