Walesa will mit neuer Partei in die Politik zurückkehren

7. Oktober 2006, 17:43
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"Haben nicht für Kerle wie die Kaczynskis, Leppers oder Giertychs gekämpft"

Warschau - Der ehemalige polnische Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa will mit einer neuen Partei in die Politik zurückkehren. Nach Informationen der Tagezeitung "Dziennik" (Freitagsausgabe) will der legendäre Führer der antikommunistischen Opposition eine Organisation namens "Polen des gesunden Menschenverstandes" (PZR) gründen. "Menschen, die früher den Kampf um die Unabhängigkeit führten, können jetzt nicht einverstanden damit sein, was in Polen geschieht. Wir haben nicht für solche Kerle wie die Kaczynskis, Leppers oder Giertychs gekämpft", empörte Walesa sich gegenüber der Zeitung. In seinem Namen baut sein Vertrauter Mitarbeiter Mieczyslaw Wachowski demnach die PZR auf.

Vorgezogene Wahlen?

Walesa hatte bereits vor einigen Tagen seine Beteiligung an möglichen vorgezogenen Parlamentswahlen erklärt. Die PZR will dem Zeitungsbericht zufolge ihre Kräfte mit der stärksten Oppositionspartei Bürgerplattform (PO) und der Bauernpartei (PSL) vereinigen und so die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Regierungschef Jaroslaw Kaczynski schlagen. Walesas Sohn Jaroslaw ist PO-Abgeordneter und der PO-Chef Donald Tusk, den Walesa vor der Parlamentswahl im vergangenen Herbst unterstützt hatte, ist ein Freund der Familie.(APA)

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