London: Morddrohungen im Kampf ums Frauenwahlrecht

19. Oktober 2006, 13:08
3 Postings

Archivunterlagen aus dem Jahr 1909 dokumentieren Besorgnis der Polizei - Frauenrechtlerinnen planten angeblich Mordanschlag auf Premier

London - Inmitten des Kampfes für das Frauenwahlrecht fürchtete die britische Regierung im vergangenen Jahrhundert einen Mordversuch gegen den damaligen Premierminister. Das geht aus Unterlagen des Innenministeriums hervor, die am Freitag vom Nationalarchiv veröffentlicht wurden. Ein Mitglied der Women's Freedom League warnte die Londoner Polizei demnach im Jahr 1909, dass einige Frauen ihre Kenntnisse im Schießen aufbessern würden und einen Anschlag auf Premierminister Herbert Asquith planten.

Sie fürchte, die Situation könnte außer Kontrolle geraten, wird die als "Mrs. Moore" identifizierte Frau zitiert. Ein 1903 gegründetes Bündnis setzte sich offensiv für das Frauenwahlrecht ein, allerdings wurden höchstens Fensterscheiben zerbrochen oder Briefkästen in Brand gesetzt. 1913 verübten Suffragetten einen Sprengstoffanschlag auf das Wohnhaus des Vorsitzenden der liberalen Partei, David Lloyd George. 1918 wurde Frauen über 30 in Großbritannien das Wahlrecht zuerkannt. (APA/AP)

Share if you care.